Kultur : POP

KATJA WINCKLER

Wo die Liebe noch echt ist, da ist "Die Antwort".Die Hamburger Combo um Bernd Begemann, gegründet in den achtziger Jahren - damals waren sie noch jung und schön - ist wiederauferstanden und spielte im Schleusenkrug vor allen Kotelettenträgern dieser Stadt.Heute ist das Trio (Bernd Begemann, Gesang und Gitarre, Henry Grant, Schlagzeug, Thomas Kosinar, Baß) noch immer schön.Und Begemann bleibt der Vollblut-Entertainer und Pop-Poet, der er immer war: Im gebügelten Oberhemd, mit Sixties-Charvel-Gitarre, seinem Nasal-Gesang und immer mit einen Schnack auf den Lippen.Luftsprünge und groovige Tanzschritte inklusive.Seine Kollegen haben, trotz exzellenter Stimmen, eher den Statisten-Job, den Klangteppich auszurollen."Wir sind gekommen, um euch glücklich zu machen", rief Bernd in den überfüllten Saal.Mit Erfolg, denn die Liebessongs kamen dort an, wo sie hingehörten - mitten ins Herz.Da ist von einer wieder mal zu Ende gegegangenen Liebe die Rede, und trotzdem bleibt da irgendwie der Glaube an das ganz große Glück.Frühere Songs wie "Wann, wann, wann", aber auch die neuen Balladen "Es darf nicht egal sein" und "Keine Liebe für mich" spielten die hanseatischen Berufsmelancholiker in einer Melange aus Ironie, Ernst und natürlich mit viel Pop.Spätestens mit der Hamburg-Hymne "Unten am Hafen" (nicht nur für die anwesenden Exil-Hamburger) war auch das letzte Eis gebrochen.Die Fan-Fraktion aus alten Tagen und junge Menschen von heute sangen aus vollen Kehlen "...wo die großen Schiffe schlafen".Liebe ist eben echt.

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