Backstreet Boys : Bejubelt von weiblichen Fans

Sie sind zwar schon ganz schön in die Jahre gekommen, die vier Jungs der Backstreet Boys. Dennoch sorgt die erfolgreichste Boygroup der 90er auf ihrer aktuellen Tour noch immer für Ohnmachtsanfälle in den ersten Reihen. Den Anfang machten die Fans in Stuttgart.

Tanja Wolter / ddp
207070_0_054f0cef
Im Rocky-Outfit: Auch darin begeistern die Backstreet Boys mit typischen Tanz-Choreographien. -Foto: ddp

StuttgartEine Boygroup sind sie eigentlich schon lange nicht mehr, aber das alte Rezept aus den 1990er Jahren funktioniert nach wie vor. Mit eingängigen Popmelodien, gutem Aussehen und synchronen Tanzeinlagen erfreuen die Backstreet Boys bis heute ihre Fans. Rund 3500 Zuschauer kommen am Mittwochabend zum Auftakt ihrer Tour durch insgesamt sieben deutsche Städte. Knapp zwei Stunden liefern Nick Carter, Howie Dorough, Brian Littrell und AJ McLean in der nur halbvollen Porsche-Arena eine sauber einstudierte Show ab. An Emotionen fehlt es zwar, aber in Ohnmacht fallende Mädchen in der ersten Reihe gehören dennoch dazu.

Gut zwei Jahre nach ihrer weitgehend ausverkauften "Never Gone"-Comeback-Tour ist es für die Backstreet Boys die erste Konzertreise als Quartett, die zwischen Tokio und London auch nach Deutschland führt. 2006 hatte Kevin Richardson nach 13 Jahren die Band verlassen. Die vier verbliebenen Mitglieder machten weiter und brachten im Herbst 2007 mit "Unbreakable" ein neues Album heraus, das zwar nicht an die platinlastigen Verkaufsrekorde der 90er Jahre anknüpfen kann, es aber dennoch auf Anhieb in die Top Ten der deutschen Charts schaffte.

Klassischer Start in Stuttgart

Für die Fans in Stuttgart gibt es allerdings zuerst einen Klassiker, der mit den Backstreet Boys weit weniger zu tun hat als mit dem Filmboxer "Rocky". Zum dazugehörigen Filmhit "Eye Of The Tiger" von Survivor ließen sich die mit bis zu 34 Jahren längst erwachsen gewordenen Jungs in einem Boxring auf der Bühne erst mal feiern. Der spektakulärste Teil der Show fällt damit auf den Beginn. Was folgt, ist Konzertkost mit durchschnittlichen Lichteffekten und unauffälliger Begleitband im Hintergrund.

Zahlreiche Songs ihres neuen Albums präsentiert die Band dann doch noch, darunter viele Uptempo-Nummern und die zum Mitsingen animierenden Single-Auskopplungen "Inconsolable" sowie - in einer Akustikversion – "Helpless When She Smiles". Frühere Hits wie "I Want It That Way", "More Than That" oder "Shape Of My Heart" dürfen ebenfalls nicht fehlen. Hinzu kommen Solo-Auftritte aller vier Künstler, wobei Blondschopf Nick bei dröhnenden Techno-Rhythmen nicht nur als DJ mit elektrischem Schlagzeug die Menge begeistert, sondern mit einer E-Gitarre auch Sinn für Rockiges an den Tag legt.

Viel Jubel auch ohne überspringenden Funke

Auch AJ - einst wegen Alkoholproblemen in die Schlagzeilen geraten - tanzt aus der Reihe und fegt in seinem ebenfalls rockigen Solostück wie Mick Jagger über die Bühne. Die Stimmen bei allen passen, die Bewegungen meistens auch, und die mehrheitlich weiblichen Fans singen eifrig mit, wenn sie nicht gerade ihre Handys für Fotos in die Luft hielten. Mit Sprüchen wie "Ich möchte dich küssen" oder "Ich liebe dich" werden sie von den Boys bei Laune gehalten.

So ganz will der Funke zwar nicht überspringen. Aber viel Jubel gibt es dennoch, als sich die Backstreet Boys nach fast 25 Stücken und rund zehn Umkleideaktionen verabschieden, für eine Zugabe zurückkehren und - umgeben von einem pink und gelb leuchtenden Konfettiregen - endgültig von der Bühne verschwinden. Es ist nicht mehr so, wie in den 90er Jahren, als die Band zu den erfolgreichsten Boygroups weltweit zählte und einzelne Fans sogar mit Selbstmord drohten, falls die Jungs sich trenne sollten. Aber es funktioniert, sicherlich auch in München, Leipzig, Berlin, Hamburg, Frankfurt und Oberhausen, auch wenn das Phänomen Boygroup heute kein Phänomen mehr ist.

0 Kommentare

Neuester Kommentar