Bayreuth : Kritik an Katharina Wagners privaten Geschäften

Die Bewerberin für die künstlerische Leitung der Wagner-Festspiele ist seit Anfang des Jahres an der Firma BF Medien beteiligt, die das Event vermarkten. Das habe einen "negativen Beigeschmack" sagte der Vorsitzende der Freunde Bayreuths. Sie soll auf die Firmenbeteiligung verzichten.

Katharina Wagner
Katharina Wagner könnte das Lachen vergehen - sie soll die Beteiligung an ihrer Firma aufgeben. -Foto: dpa

Frankfurt/Main Bei den Geldgebern der Bayreuther Festspiele regt sich Kritik an privaten Geschäften der Bewerberin um die künstlerische Leitung, Katharina Wagner. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete, Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) und die Gesellschaft der Freunde Bayreuths seien nicht einverstanden mit der 30-Prozent-Beteiligung Wagners an der Anfang des Jahres mit ihrem Vater gegründeten Firma BF Medien GmbH zur Vermarktung der Festspiele. "Das hat einen negativen Beigeschmack", sagte der Vorsitzende der Freunde Bayreuths, Karl Gerhard Schmidt.

Der Zeitung zufolge stören sich die Mäzene daran, dass Katharina Wagner mit der Vermarktung der Festspiele Geld verdient, während die öffentliche Hand für die Verluste aufkommt. Wolle sie die Nachfolge des Vaters Wolfgang als künstlerische Leiterin antreten, müsse sie auf ihre Firma verzichten. Goppel sagte dem Blatt: "Die BF Medien in ihrer derzeitigen Form kann bei einer Neuordnung sicherlich nicht Bestand haben."

Es besteht Gesprächsbedarf

Goppel betonte zudem am Sonntag in München: "Es macht keinen Sinn, vor einer Entscheidung des Stiftungsrates, der dann erst die erforderlichen Gespräche folgen werden, Einzelfragen zu diskutierten." Schon deshalb, weil Wolfgang Wagner gemeinsam mit seiner Tochter Katharina Geschäftsführer der BF Medien GmbH sei, könne die GmbH in ihrer derzeitigen Form nicht Bestand haben. "Über dieses Thema muss zur gegebenen Zeit - ebenso wie über höhere Subventionen - natürlich geredet werden, aber ohne öffentliche Vorfestlegungen", sagte der Minister.

Wenn Wolfgang Wagner am 1. September seine Anteile an der Festspiel GmbH aufgibt, gehen sie der Zeitung zufolge zu gleichen Teilen an die neuen Eigentümer über - den Bund, den Freistaat Bayern, die Stadt Bayreuth und die Gesellschaft der Freunde Bayreuths. Das Blatt berichtete, die neuen Eigentümer wollten die Festspielkarten verteuern. Bayreuths Oberbürgermeister Michael Hohl (CSU) schlage eine "moderate Erhöhung" vor. Neben Katharina Wagner gelten ihre Halbschwester Eva Wagner-Pasquier sowie ihre Cousine Nike Wagner als mögliche Nachfolgerinnen Wolfgang Wagners. (ae/ddp)

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