Bregenzer Festspiele : "Auf Hilferufe reagieren"

Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer hat die 62. Bregenzer Festspiele eröffnet. In seiner Festrede am Vormittag im Festspielhaus sprach Fischer über das Verhältnis von Politik, Gesellschaft und Kunst.

Bregenz In Österreich wurden am Vormittag die 62. Bregenzer Festspiele eröffnet. Bei der Eröffnungsrede mahnte Bundespräsident Heinz Fischer: Die Politik müsse "auf Signale, Hilferufe oder kritische Anmerkungen aus dem Bereich der Kunst sensibel reagieren". Das Programm der Festspiele unter Intendant David Pountny mit Benjamin Brittens Oper "Der Tod in Venedig" verweise auf gesellschaftliche Themen wie Homosexualität und persönliche Feiheit und gebe "Anlass, diesen Themen nicht einfach auszuweichen, nicht wegzuschauen". Die Premiere der selten gespielte Britten-Oper nach der gleichnamigen Novelle von Thomas Mann eröffnet den Abend im Festspielhaus.

Neuinszenierung von "Tosca" feiert Premiere

Die Neuinszenierung von Giacomo Puccinis Oper "Tosca" auf der Seebühne hat am Donnerstagabend Premiere. Dirigent Ulf Schirmer und Regisseur Philipp Himmelmamnn wollen das Spiel auf dem See im spektakulären Bühnenbild von Johannes Leiacker mit einem riesigen Auge im Zentrum als "symphonischen Thriller" zeigen. Werke Brittens bilden den Themenschwerpunkt der diesjährigen Festspiele. Mit dem frühen Werk "Paul Bunyan" am Kornmarkt steht eine kaum bekannte Operette des englischen Komponisten auf dem Programm, die in die Pionierzeit in Nordamerika führt.

Konzerte mit den Wiener Symphonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Symphonieorchester Vorarlberg kombinieren Werke Brittens mit Kompositionen von Musikern, zu denen der Brite in enger Beziehung stand, etwa Schostakowitsch. Die Serie "Kunst aus der Zeit" porträtiert unter dem Titel "Made in Britain" die heutige Musikszene Großbritanniens, unter anderem mit zwei zeitgenössischen Opern.

Thalia Theater und Wiener Theater in der Josefstadt sind zu Gast

Als Gastspiele sind die Schauspiel-Inszenierungen von Shakespeares "Mittsommernachtstraum" vom Hamburger Thalia Theater sowie "Gefährliche Liebschaften" aus dem Wiener Theater in der Josefstadt zu sehen. Bis 19. August zeigen die Festspiele insgesamt 59 Veranstaltungen aus den Bereichen Operette, Theater, Orchesterkonzerte und zeitgenössische Kunst.
(Internet: www.bregenzerfestspiele.com) (mit dpa) 

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