Deine Freunde rappen für Kinder : Rap ist ganz schön laut

Ein echtes Rapkonzert muss man sich erarbeiten mit langem Warten und tauben Ohren hinterher. Ein Spaß war es trotzdem. Der achtjährige Nikolas berichtet.

Nikolas Amling
Pauli, Lukas und Florian sind Deine Freunde und machen sehr laute Musik.
Pauli, Lukas und Florian sind Deine Freunde und machen sehr laute Musik.Foto: Universal Music

Meine Schwester findet "Heile Welt", die neue CD von Deine Freunde, nicht so gut wie die alte, weil alles viel zu schnell ist und viele Wörter vorkommen, die sie gar nicht kennt. Meine Schwester ist sieben.

Deshalb war sie auch nicht traurig, dass sie nicht mit zum Konzert in den Heimathafen in Neukölln kommen konnte. Ich hatte auch ein wenig Bedenken, denn eigentlich ging es mir ähnlich. Vor dem Heimathafen gab es schon eine lange Warteschlange bis auf den Gehweg, weil die Taschen kontrolliert wurden wie bei einem Konzert für Erwachsene. Das Warten draußen fand ich nicht so schlimm wie das Warten drinnen, weil es viel zu Gucken gab. Obwohl ich zufällig meinen Schulfreund Johannes traf, war es drinnen echt quälend, denn wir wollten alle, dass es endlich losgeht. Insgesamt haben wir bestimmt eine Stunde gewartet.

Nach dem langen Warten erst mal die Vorgruppe

Und dann ging es los – fast. Leider nur mit einer Vorgruppe. „Eule findet den Beat“ wollte mit Tieren unterschiedliche Musikstile vorstellen. Ich fand, das war eher was für kleinere Kinder und langweilig, jedenfalls wenn man auf „Deine Freunde“ wartet. Die bunten Ohrstöpsel, die man am Eingang bekommen hatte, habe ich dann auch schon wieder raus genommen, weil man mit verstöpselten Ohren den Text nicht richtig verstehen oder sich unterhalten konnte.

Schließlich ging es endlich los mit Deine Freunde - als Video. Mit einem babyhaften "Dutzi Dutzi Dutzi"- Lied über einen "Hub-schraub-schraub". Fast so wie bei der Vorgruppe. War aber nur ein Scherz. Dann kamen Florian (Rap), Lukas (Sänger) und Pauli (DJ) mit dem Lied „Attacke“ auf die Bühne und es wurde laut, sehr laut. Den restlichen Tag konnte ich nicht mehr so gut hören. Das habe ich aber erst später verraten. Ich fand’s okay, so muss das wohl sein bei einem richtigen Rapkonzert.

Auf der Bühne gab es viel Quatsch und immer was zu Gucken

Wir sind auch ganz viel zur Musik gehüpft und haben die Arme bewegt. Florian, der rappt, also ganz schnell zur Musik spricht, hat auch ganz doll geschwitzt. Es gab nicht nur die neuen Lieder, sondern auch Videos, Scherze und jede Menge Quatsch und so gefielen mir die Lieder besser als auf der CD zu Hause, weil es auch immer was zu Gucken gab. Zum Lied „Deine Mudder“ für alle Mütter gab es zum Beispiel echte Kinderbilder von Deine Freunde zu sehen. Und hinterher rief immer mal wieder jemand auf einem Telefon auf der Bühne an und wollte auch ein Lied für „Vadder“, „Omma“, „Oppa“ und zum Schluss für den „Anrufanwordder“.

Lustig fand ich, als der DJ Pauli nach meinem Lieblingslied „Gruselgefahr“ verschwunden war, so, als habe er sich aus Angst verkrochen. Doof fand ich das traurige Lied „Auf den Dächern“ über Bälle, die auf Dächern liegen und mit denen nicht mehr gespielt wird. Das hat die ganze gute Stimmung kaputt gemacht.

Aber dann kam der Stagedive-Teddy in seinem Gummiboot, den wir auf Händen durchs ganze Publikum getragen haben und das „Superhit-Medley“ mit allen Liedern von der ersten CD, zu dem sie selber Instrumente gespielt haben. Das fand ich dann doch am allerbesten.

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