Festival : Das Berliner Musikfest 08 will abheben

In diesem Jahr hat das "Musikfest Berlin" eine Lizenz zum Fliegen. Im Mittelpunkt stehen Komponisten, die in ihren Werken gen Himmel streben: Anton Bruckner, Olivier Messiaen und Karlheinz Stockhausen.

BerlinDrei große Katholiken, drei Meister auch der kolossal-monumentalen Form und grenzüberschreitenden, ja gar maßlosen Virtuosität, wie Winrich Hopp, der künstlerische Leiter des aus den Berliner Festwochen hervorgegangenen Orchestertreffens, bei der Programmpräsentation am Mittwoch im Haus der Festspiele schwärmte.

20 Veranstaltungen mit 16 Ensembles präsentiert das vom Bund finanzierte Festival zwischen dem 4. und 21. September in der Hauptstadt, zum Start bietet das von Paul Hillier geleitete „Theatre of Voices“ in der St.-Johannes-Evangelist-Kirche in Mitte einen Stockhausen-Abend, den krönenden Abschluss markiert ein Großprojekt im Hangar 2 des Flughafens Tempelhof, bei dem die Berliner Philharmoniker und das Ensemble Intercontemporain mit Messiaen und Stockhausen zu erleben sind. Als Gäste kommen unter anderem das Concertgebouworkest Amsterdam mit Mariss Jansons, das Orchestre de Paris mit Christoph Eschenbach und das London Symphony Orchestra mit Daniel Harding in die Philharmonie. Innerhalb der Serie mit Bruckner-Sinfonien dürfte die Achte von Philippe Herreweghe und seinem auf historische Aufführungspraxis spezialisierten Orchestre des Champs-Elysées besonders spannend werden.

Winrich Hopp ist erneut das Kunststück gelungen, ein höchst anspruchsvolles, gedanklich eng verzahntes Programm zu kreieren – und die durchreisenden Stars und Spitzenorchester tatsächlich dazu zu bewegen, mitzumachen. Vielleicht wird nicht jedes Programm die Säle füllen – eines ist aber jetzt schon klar: Wer sich als Zuhörer auf die klanglichen Abenteuer einlässt, dem werden sie sicher die Seele füllen.

Infos: www.musikfest-berlin.de; der schriftliche Vorverkauf startet am 16. April.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben