Gitarrenerfinder : Google-Doodle: Les Paul zum 96. Geburtstag

Als fröhlicher alter Herr erzählte er gerne die Anekdote, dass die Leute immer so überrascht seien, wenn er sich vorstelle: Les Paul. Der Grund dafür ist eine berühmte elektrische Gitarre.

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E-Gitarren-Pionier Les Paul
E-Gitarren-Pionier Les PaulFoto: dpa

Tatsächlich wird seit den 60er Jahren bei dem Namen Les Paul mehr an eine berühmte elektrische Gitarre gedacht als an den am 9. Juni 1915 in Waukesha, Wisconsin geborenen Musiker Lester Polsfuss, der sich als Country- und Jazzgitarrist früh den Künstlernamen Les Paul zugelegt hatte.

Les Paul war immer auch ein leidenschaftlicher Bastler, Tüftler und Erfinder der gerne an elektronischen Geräten wie Plattenspielern, Radios, Mikrofonen herumschraubte und der sich selber kleine Verstärker zusammenbaute. Als er seine Gitarre mit einem Tonabnehmer versah, um damit höhere Lautstärken zu erreichen, ergab sich durch die Schwingungen des hohlen Instrumentenkörpers das Problem starker akustischer Rückkopplungen.

Les Paul überlegte, wie das störende Pfeifen und schrille Fiepen zu beseitigen wäre und probierte herum. Schließlich kam er auf eine bahnbrechende Idee: er montierte Griffbrett, Saiten, Steg, Saitenhalter und Tonabnehmer auf einen massiven langen Holzklotz und hatte damit schon im Jahr 1941 mit "The Log" den Prototypen der elektrischen "Solid Body"-Gitarre gefunden.

Die Gitarrenfirma Gibson, der er seine Entdeckung 1946 anbot, wollte so eine komischen "Besenstiel mit Tonabnehmern" zunächst nicht bauen. Doch als der Radiotechniker Leo Fender 1951 mit der Fender Broadcaster (später umbenannt zu Telecaster) auch eine Massivholz-Gitarre auf den Markt brachte, entschied sich Gibson, das Modell "Les Paul" serienmäßig zu produzieren.

Die Gibson "Les Paul"
Die Gibson "Les Paul"Foto: dpa

Durch einen zu beiden Seiten des Holzklotzes angeleimten Korpus wurde aus "The Log" die optisch ansprechendere "Les Paul", die 1952 auf den Markt kam, zunächst noch mit zwei "P 90 Single Coil" Tonabnehmern. Erst 1957 wurde sie mit den wärmer und weicher klingenden "Humbucker"- Pick Ups ausgestattet. Anfang der 60er Jahre gingen die Verkaufszahlen der Gibson "Les Paul" allerdings drastisch zurück, dass die Produktion im Jahr 1961 eingestellt wurde.

Als der britische Gitarrist Eric Clapton 1965 von den Yardbirds zu John Mayall's Bluesbreakers und gleichzeitig von der Fender Telecaster auf eine Gibson Les Paul umsattelte, trug er wie auch einige andere Bluesmusiker maßgeblich dazu bei, dass Gibson die "Les Paul" wieder ins Programm nahm.

Schließlich wurde die "Les Paul", von ihren Fans auch liebevoll "Paula" tituliert, wegen ihres besonders weichen und lange stehenden Tones zu eine der populärsten E-Gitarren in der Rockmusik. Die Liste ihrer Spieler ist endlos. Eric Clapton, Jimmy Page, Jeff Beck, Keith Richards, Mick Taylor, Paul Kossoff, Duane Allman, Mike Bloomfield, Neil Young, Gary Moore, Slash, James Hetfield, Mike Ness sind nur ein wenige Namen, die man mit dem Instrument verbindet.

Vergessen sollte man darüber allerdings nicht ihren 2009 verstorbenen Erfinder, der selber auch ein feiner Gitarrist und Musiker war. Les Paul wäre heute 96 Jahre alt geworden und Google widmet seiner Gitarre ein Doodle.

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