Interview : Mando Diao: Die Jungs von der Trendschule

Mit einem Konzert in der Columbiahalle haben Mando Diao die Bread & Butter eröffnet. Vorher sprachen Sänger Björn Hans-Erik Dixgård und Keyboarder Mats Björke über Auftritte in TV-Serien, die richtige Kleidung und Berliner Nächte.

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Auf der Bühne tragen sie schwarz. Mando Diao lieben es nicht so abgefahren. -Foto: Q

Letztes Mal haben wir uns auch in Tempelhof getroffen. Ihr habt auf einer Autopräsentation gespielt. Was ist besser: ein Autoevent oder eine Modemesse zu eröffnen?



Björn: Wir haben immer eine Menge Spaß. Und wir suchen uns eben Events raus, die wir mögen.

Neulich habt ihr auf Schalke vor dem Klitschko-Kampf gespielt. Wie war das?

Mats: Unglaublich. Unser bester Auftritt. Wir sind große Boxfans.

Nächste Woche werdet ihr in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zu sehen sein. Kann man euch denn für alles buchen?

Mats: Wir haben halt viele Angebote. Die meisten davon haben wirklich mit unserer Musik zu tun. Boxen, Autos, Mode, die Teenie-Serie – das ist unsere Band. Björn: Du musst heute offener sein. Wenn du sagst, ich spiele nur meine eigenen Konzerte, bist du raus.

Immer wenn ein Trend aufkommt, hat Schweden eine Band parat, die ihn perfekt beherrscht. Bringen sie euch das in der Schule bei?


Mats: (lacht) Ja, in der Trendschule. Björn: Es gibt bei uns eine starke Tradition englischsprachiger Musik. Das begann in den Sechzigern und noch mehr mit Abba in den Siebzigern. Ich glaube, es kommt daher.

Habt ihr manchmal Angst, dass euch die Melodien ausgehen könnten?

Björn: Ja, manchmal. Aber du weißt nie, wann die Melodie kommt, du hast Glück, wenn sie anklopft.

Wie wichtig ist es, gut angezogen zu sein?

Mats: Auf der Bühne tragen wir Schwarz, da soll die Musik im Mittelpunkt stehen. Björn: Ein perfektes Beispiel sind Neil Young and The Crazy Horse, die waren wirklich scheiße angezogen. Sie trugen 20 Jahre alte T-Shirts von der Tankstelle und Shorts. Aber es sieht irgendwie cool aus. Dann hast du jemanden wie David Bowie, der manchmal aussieht wie ein Clown. Sie sind beide auf ihre Weise gut.

Habt ihr Lieblingsdesigner?


Björn: Ich mag Ben Sherman.

Mats: Wir mögen nicht so sehr abgefahrene Sachen.

Was habt ihr bei eurer denkwürdigsten Nacht in Berlin erlebt?

Mats: Nach unserer Show hier im Frühling holten uns die Leute von der Plattenfirma mit einem Trabi ab, und wir machten eine Sightseeing-Tour mitten in der Nacht. Das war wirklich gut.

Habt ihr schon mal ein Hotelzimmer zerstört?

Beide: Nein.

Schon mal Lust drauf gehabt?

Beide: Nein.

Schon mal irgendwas kaputt gemacht?

Björn: Ja, eine Gitarre. Aber warum sollte man ein Hotelzimmer zerstören? Alles, was du auf einer Tour kaputt machst, musst du bezahlen.

Das Gespräch führte Kolja Reichert.

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