Invariable Heartache : Kort – Zurück in den Fängen der Country-Musik

Kurt Wagner hat gemeinsam mit seiner Band Lambchop den guten Ruf von Musik made in Nashville quasi im Alleingang wieder herstellte. Nun erkundet er zusammen mit der Sängerin Cortney Tidwell den Songfundus des Chart Record Labels und stößt dabei nicht nur auf Schätze.

Martin Väterlein
Kort: Auf dem Weg nach irgendwo
Kort: Auf dem Weg nach irgendwoQuelle: City Slang

Das Duett ist jeher ein fester Bestandteil der Country-Musik. Fast alle namhaften Interpreten haben sich daran versucht: Johnny und June Carter Cash, Kris Kristofferson mit Rita Coolidge, Tammy Wynette und George Jones zum Beispiel. Jetzt reihen sich Kurt Wagner und Cortney Tidwell in diese illustre Gesellschaft ein.
Das Material für ihre Zusammenarbeit fanden sie  im Familienfundus der Tidwells. Opa Slim Williamson leitete in den 60er und 70er Jahren das hierzulande nahezu unbekannte Chart Label. Papa Cliff war dort für die Künstlersuche zuständig und Mutter Connie Eaton eine der Sängerinnen.

Was Kurt und Cortney nun aus dem Programm der Plattenfirma zu Gehör bringen, ist über weite Strecken Mittelmaß. Das Problem der Countrymusik, ihr oft beliebiges, austauschbares Songrepertoire, wird an vielen Stellen überdeutlich erkennbar. Es bedarf schon überragender Interpretationen und Sänger, die fähig sind jedem Ton Seele und Herz einzuhauchen, um aus einfach gestrickten Volksliedern etwas Besonderes zu machen.

Kurt Wagner und seine Band wären dafür eigentlich wie geschaffen. Und doch wirkt er auf „Invariable Heartache“ seltsam blutarm, fast lustlos und auch Cortney Tidwell versteht es nicht mit ihrer Stimme, die sich im qualitativen Mittelfeld bewegt, dem Ganzen etwas Eigenes hinzuzufügen.
Natürlich kann man diese LP als als eine Sammlung anständig wiedergegebener Songs aus früheren Tagen hören. Es gibt gerade in diesem Genre sicher, weit Schlimmeres.
Wenn der Name eines der Künstler allerdings mit dem einer so hervorragenden Band wie Lambchop verknüpft ist, darf das Publikum auch gern mehr erwarten. Es bleibt die Hoffnung auf eine nächste Platte mit Kurts eignem Material und etwas mehr Mut.

Ebenfalls neu auf Vinyl:

Clinic schalten auf „Bubblegum“ einen Gang zurück, experimentieren verstärkt mit psychedelischen Elementen und bleiben sich dabei trotzdem treu. Ihr sechstes Studiowerk ist ein nicht immer leicht verdaulicher Trip und der hält länger an, als man im ersten Moment vermuten kann.

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