Pop : Jazzfest Berlin: Der Blues des Maghreb

Das Berliner Jazzfest 2007 wird vom 31. Oktober bis 4. November im Zeichen von Wiedervereinigung und Begegnung stehen, kündigte der künstlerische Leiter Peter Schulze bei der gestrigen Vorstellung des Programms an. Zum Auftakt wird mit El Gusto ein 40-köpfiges Chaabi-Ensemble im Haus der Berliner Festspiele auftreten. Die muslimischen und jüdischen Musiker aus Algier, Marseille und Paris hatten ihren „Blues des Maghreb“ vor fünfzig Jahren als eigenständigen Stil in der Kasbah Algiers entwickelt und kommen nun im Alter von 70 bis 90 Jahren erstmals wieder zusammen. Einen zweiten folkloristischen Schwerpunkt bildet Choro, ein südamerikanisches Gegenstück zum Jazz. Mit dem Trio Brasileirinho Ao Vivo sind die herausragenden Vertreter des Genres im Festspielhaus zu Gast (3.11.). Überdies stellt der finnische, in Berlin beheimatete Gitarrist Kalle Kalima an vier Abenden im A-Trane sein an Stilrichtungen reiches Schaffen vor. Die ebenfalls aus Berlin stammende Pianistin Julia Hülsmann setzt in diesem Jahr die Tradition des Auftragswerks fort. Ihre Komposition „Le Moustier“, die Hülsmann mit ihrem Trio und einem Streichquartett aufführt (4.11.), steht für das wachsende Interesse von Jazzmusikern an klassischer Instrumentierung. Für sein Programm hatte Peter Schulze wie in den Vorjahren einen Etat von 420 000 Euro. Der Künstlerische Leiter wird nach fünf Jahren verabschiedet. Seinen Nachfolger will der Intendant der Berliner Festspiele, Joachim Sartorius, bereits einen Tag später, am 5. November, vorstellen. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar