Komposition : Furchtlos

Keine Furcht vor den „heiligen Kühen“ der Klassik wie Johann Sebastian Bach: Eine Begegnung mit der Komponistin Elena Kats-Chernin.

Karin Erichsen

„Das Komponieren ist meine Obsession“, sagt Elena Kats-Chernin. Schon als Vorschulkind hat sie damit angefangen, vor 45 Jahren in Australien. Dass sie mittlerweile davon leben kann, hat sie auch der deutschen Kulturförderung zu verdanken: 13 Jahre hat Elena Kats-Chernin in der Bundesrepublik gelebt, 1993 mit „Clocks“, einem Auftragswerk für das Ensemble Modern, ihren Durchbruch als Komponistin erlebt. Im Dezember 2006 war sie für eine Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle in Berlin zu Gast.

Nun ist sie für ein Projekt der Universität der Künste zurückgekehrt: Dass Kats-Chernin keine Scheu vor den „heiligen Kühen“ der Klassik wie Johann Sebastian Bach zeigt, gefällt der Klarinettistin und UdK-Dozentin Cordula Heymann- Wenzel. Mit Unterstützung der Australischen Botschaft und der Frauenförderstelle der Fakultät für Musik hat sie im Sommersemester das Projekt „Komponistinnen heute“ ins Leben gerufen, um den Studierenden Leben und Werk zahlreicher zeitgenössischer Frauen nahe zu bringen, die es bis heute schwer haben, sich gegen ihre männlichen Kollegen durchzusetzen. Elena Kats-Chernins lebendige, eingängige und dabei doch musikalisch hochkomplexe Kompositionen standen dabei im Mittelpunkt.

Intensiv haben sich die Studierenden mit den Werken auseinandergesetzt und in Absprache mit Kats-Chernin einige Stücke einstudiert, unter anderem Ragtimes für Klavier, Klarinette, Fagott und Bratsche sowie das Chorwerk „Stabat Mater“. Heute präsentieren sie die Ergebnisse ihrer Arbeit in einem Gesprächskonzert. Dafür ist Kats-Chernin extra aus Sydney angereist. Sie wird selber bei dem Konzert mitspielen, hat die Endproben begleitet und einige der Werke, die aufgeführt werden sollen, sogar spontan auf die bestehende Besetzung umgeschrieben.

Konzertsaal der UdK, Bundesallee, 19.30 Uhr, Eintritt frei.

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