Konzert im Olympiastadion : U2 kommen im Juli nach Berlin

Die irische Rockband U2 hat das Berliner Olympiastadion gemietet und tritt am 18. Juli auf. 100.000 Fans können dabei sein, sagte der Manager der Arena. Die preiswertesten Karten kosten 30 Euro.

André Görke
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Gute Anreise. Bono kommt schon wieder ins Olympiastadion. -Foto: dpa

Bono kommt nach Berlin? Na, der Mann kennt sich ja bestens aus, mit seiner Band U2 war er schon oft in der Stadt. In den legendären Hansa-Studios in Kreuzberg haben U2 nach dem Mauerfall ihr Album „Achtung, Baby“ aufgenommen. Im Hard Rock Café nahe Ku’damm steht noch immer der alte Trabant, den die Rocker auf ihrer „Zoo TV“-Tour in die Bühnenshow integriert hatten. Und im Olympiastadion spielten U2 auch schon zwei Mal: 1993 luden sie in die abgewrackte Stadionschüssel, im Juli 2005 – als erste Band nach dem teuren Umbau – das zweite Mal.

Nun kommen U2 wieder nach Berlin und haben das Olympiastadion für den 18. Juli gemietet. „Endlich hat es mit der Unterschrift geklappt“, sagte Stadionmanager Peter von Löbbecke. Damit spielen in seinem Haus im Sommer ’09 gleich zwei populäre Bands. Am 10. Juni kommen die Elektropopmusiker von Depeche Mode; die WM-Arena ist ausverkauft.

Die Karten für das U2-Konzert sind überraschend preiswert, mindestens 10 000 Stück soll es schon für „etwa 30 Euro“ geben, teilte das Management mit. Wie Stadionchef von Löbbecke erzählt, haben sich die Rocker etwas Besonderes einfallen lassen: Die Bühne soll – getreu ihrem Tourmotto „360 Grad“ – in der Mitte des Stadionkessels auf dem Rasen stehen, so dass die Fans auf allen Tribünenseiten sitzen können. Bei den bisherigen Konzerten von Madonna oder Robbie Williams etwa konnten die Plätze hinter der Bühne nicht verkauft werden, weil die Fans ja nichts hätten sehen können. „Somit passen bei U2 rund 100 000 Fans ins Stadion“, sagte von Löbbecke. Bono und seine Kollegen werden wohl über einen schmalen Steg zur Bühne gelangen.

Etwa 500 000 Euro Miete überweisen Musiker pro Konzert an den Landesbetrieb. Und auch die städtische Wirtschaft darf sich über ein paar Euro freuen: „Die Fans geben in Berlin Geld aus, sie kommen von überall her“, sagt von Löbbecke. So habe man die Künstler, die oft Angst haben wegen der geringen Kaufkraft der Berliner, trotzdem anlocken können: „Die Hotels sind billig, die Partys auch. Die Billigflieger machen eine Anreise aus ganz Europa möglich.“ Die Bands wüssten: Sie spielen nicht vor leeren Rängen.

Auch Bruce Springsteen und AC/DC hatten im Sommer im Stadion auftreten sollen, doch der Terminplan ist dicht: All die Heimspiele von Hertha, das DFB-Pokalfinale, die Leichtathletik-WM und auch der viertägige Kongress der Zeugen Jehovas, „so eng war es bei uns noch nie“, sagt von Löbbecke. Zumal das Stadion ja auch für Firmenevents gebucht werde.

In 14 Städten werden U2 spielen, drei Tage vor dem Berlin-Trip treten sie in Nizza auf und zwei Tage danach in Amsterdam. Wann die Karten – die Plätze vor der Tribüne gibt es übrigens für etwa 70 Euro – in den Vorverkauf kommen, ist noch nicht ganz klar, im März aber auf jeden Fall. Die geringsten Sorgen muss sich Manager Peter von Löbbecke machen: Er wohnt im Olympiastadion. André Görke

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