Konzertkritik : Brian Setzer's Rockabilly Riot im Huxley's

Brillanter Auftritt. Auf Brian Setzer kann man immer setzen.

von
Brian Setzer
Brian SetzerFoto: Promo

Mit "Ignition" verdichtet Brian Setzer sein explosives Gemisch aus Rockabilly, Swing, Jump 'n' Jive, Eddie-Cochran-Kräh-Gesang und twängender Gitarre, lässt Hochspannungs-funken in die wabernde Masse vom Huxley's überspringen, zündet sein funkelndes Rock 'n' Roll-Raketen-Feuerwerk und bringt den "'49 Mercury" auf Touren.

Ein rasanter Blues zur grünen Waldmeister-Aufmachung: Setzer im Teddy-Boy-Drapesuit mit giftgrünem Schalkragen, grünen Ärmelaufschlägen und Paspelierungen, grüner Weste, grünen Creepers mit dicken Kreppsohlen, sowie einer gift-grün glitzernden Gretsch-Halbakustikgitarre. Auf der er sein außerordentliches Gitarristentalent zum Funkeln bringt, ohne ein einziges Effektgerät, aber mit jeder Menge Raffinesse aus der besten alten Schule von Scotty Moore, Carl Perkins, Chet Atkins, Cliff Gallup, Duane Eddy, James Burton...

Wobei der 52-jährige Setzer keineswegs einen alten Rock 'n' Roll-Stil museal konserviert, sondern auf seine eigene Art lebendig hält. "8-Track" treibt er voran mit Country-Picking in fingerbrecherischer Geschwindigkeit und un-glaublich cooler Mühelosigkeit, ohne je über Töne, Takte oder Timing zu stolpern. Mit höchst reizvollen Double-, Triple- oder Quadrupel-Stops. Und er jodelt ein bisschen dazu.

Da ist eine umwerfende Instrumentalversion des alten Bill-Monroe-Bluegrass-Klassikers "Blue Moon Of Kentucky", den er durch diverse Spielarten jagt, vom swingenden Jazz bis zum Cash/Perkins-Boom-Chicka-Boom. Mit Trillern und Tremo-lo auf dem Griffbrett oder mit dem Bigsby-Hebel, mit gehämmerten und abgezogenen Saiten, und klingelnden Flageo-letts.

Nach der Hälfte des Konzerts werden die beiden brillanten Begleiter abgelöst an Kontrabass und Schlagzeug und Setzer wechselt die grüne Gretsch gegen eine orangefarbene. Die habe er bei den "Stray Cats" gespielt, sagt er, und dass es doch schade wäre, wenn diese Gitarre in ihrem Koffer verkümmerte. Und die zeitlosen Songs der Stray Cats dazu.

Und so jagt er mit seinem alten Stray-Cats-Kumpel Slim Jim Phantom am ratterigen Stehschlagzeug und Chris D'Rozario am knupperigen Kontrabass noch durch ein paar alte Stray-Cats-Nummern und bringt "Rumble In Brighton", "Runaway Boys", "Stray Cat Strut" und "Red Hot" noch einmal zum Glühen.

Zu "Fishnet Stockings" kehrt Johnny Hatton mit seinem Bass zurück, Setzer schleppt einen weiteren Kontrabass an, sie bumpern zu dritt, reiten die Instrumente, wirbeln sie durch die Luft, spielen auf dem Rücken und im Liegen, ohne auch nur einen Beat zu verpassen. "Rock this town!" Haben sie geschafft. Brillanter Auftritt. Auf Brian Setzer kann man immer setzen.

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