Konzertkritik : John Mayall im C-Club

John Mayall sprintet trotz seiner 77 Jahre im C-Club auf die Bühne und freut sich über den tosenden Applaus. Großer Triumph.

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John Mayall
John MayallFoto: Promo

"Please welcome the legendary John Mayall!" tönt es durch den gesteckt vollen C-Club. Der britische Blues-Mann sprintet auf die Bühne, drahtig, dynamisch. 77 Jahre ist er inzwischen und eine "Legende" in der Tat: immerhin war er es, der Mitte der 60er in der Gefolgschaft von Alexis Korner den rohen elektrischen Blues in die europäische Landkarte hämmerte, und in dessen Band "The Bluesbreakers" einige große Talente und illustre Namen zu funkeln begannen. Eric Clapton, Peter Green, Mick Taylor sind die Bekanntesten.

Heute ist Mayall ein sehr cooler älterer Mann in graublau kariertem Hemd und Jeans, mit Brille und langen, zum Pferdeschwanz gebundenen weißen Haaren. Der glücklicherweise weder sich selbst, noch ein musikalisches Genre neu erfinden, und der niemandem noch etwas beweisen muss. Ohne Brimborium kommt er zur Sache und tut das, was er am besten kann: tutet eine metallische, rhythmisch schmatzende Harmonica und singt den Blues. "Another Man", zunächst noch ganz alleine, der pure Stoff.

Lässig entspannt und mit sichtbarem Spaß an der Sache spielt er die Blues-Harp mit Links und ein paar dezente Piano-Akkorde mit der Rechten. Dann kommt die Band und "All Your Love" von Otis Rush, ein Stück vom exquisiten "Beano"-Album aus dem Jahr 1966. Wobei der texanische Gitarrist Rocky Athas Claptons damalige Gitarrenparts würdig übersetzt in den eigenen Stil: Mit lange stehenden Tönen auf einer Gibson Les Paul und gefühlvollem Fingertremolo. Fast zwei Stunden verwickelt Mayall seine Mitmusiker in höchst anregende musikalische Konversationen. Über Bo-Diddley-Beat, Boogie, "Slow Blues" in Moll, schweres Blues-Rock-Geriffe, swingenden Jazz. Und "Room To Move" aus dem Jahr 1969, das Glanzlicht des Abends. Mit Mayalls rasantem Scat-Gesang und schmatzend zischelnder Zwiesprache in erregter Debatte mit Greg Rzabs rasendem Bass und Jay Davenports knackigen Drums. John Mayall lacht und freut sich über den tosenden Applaus. Großer Triumph.

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