Konzertkritik : Kreischen und Miauen

Kate Nash gibt ein kurzes, verstörendes Konzert im Berliner Astra Kulturhaus

Laura Backes

Kate Nash,Astra KuturhausTäuschend harmlos sitzt Kate Nash an ihrer Orgel im Astra und eröffnet den Abend mit „Paris“, einem Titel ihres zweiten Albums „My Best Friend Is You“. Zu diesem Zeitpunkt verstört nur der schwarze Lidschatten, der bis an die Augenbrauen reicht. Nash wirkt dadurch ungewohnt aggressiv. „Die war doch so süß“, nölt es aus dem Publikum. Doch irgendwo zwischen alten und neuen Singles wie „Mouthwash“, „Doowahdoo“ und ihrem ersten großen Hit „Foundations“ driftet Kate Nash ab, vollzieht einen radikalen Image-Wechsel. Was vorher noch als Imagekorrektur in Richtung „Die Kleine will auch mal ’ne Rockgöre sein“ etikettierbar war, wandelt sich in ein verblüfftes „Was geht denn mit der ab?“ Kate Nash ist wütend. Sie röhrt, kreischt und miaut ins Mikro. Nichts erinnert mehr an das nette Mädchen mit der Sixties-Stimme, in deren zuckersüß vorgetragenen Texten es oft ziemlich zur Sache geht. Ist Kate Nash mit 22 plötzlich erwachsen geworden? Nach gerade mal 60 Minuten endet ihr Auftritt von Kate Nash, ohne Zugabe. Das Publikum bleibt größtenteils verwirrt und unbefriedigt zurück: Hat sie sich zu sehr verausgabt, einfach keine Lust mehr oder übt sie sich in frühreifen Rockstar-Attitüden?

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