Konzertvorschau : Die Toten Hosen: Gemeinsam bis ins Grab

Düsseldorf hat nicht nur die längste Theke der Welt, sondern auch einige der bedeutendsten deutschen Popbands hervorgebracht. Am Mittwoch treten die Toten Hosen in der O2-World auf.

Jörg W,er
"Tote Hosen" starten "machmalauter"-Tour in Mannheim
Gut dabei. Campino.Foto: dpa

Strebten Krautrocklegenden wie Kraftwerk und Neu oder Neue-Welle-Vorreiter wie Fehlfarben und Der Plan danach, den Muff der provinziellen Herkunft abzustreifen, haben sich die Toten Hosen stets zu ihrer Heimatstadt bekannt: Düsseldorf, da kommen sie her, da gehören sie hin. Sogar nach dem Tod – die Toten Hosen haben sich ein Gemeinschaftsgrab auf dem Düsseldorfer Südfriedhof gesichert. Der Lokalpatriotismus führte auch zur finanziellen Unterstützung von Fortuna Düsseldorf, des wohl rührendsten Verlierervereins im deutschen Fußball. Umso erstaunlicher, dass die Hosen über alle Stadt- und Bundesländergrenzen hinaus zu einem gesamtdeutschen Phänomen geworden sind.

Neben einem im Lauf der Jahre perfektionierten Gespür für die Stadionhymnentauglichkeit ihrer Songs kommt den deutschen U2 zugute, dass sie trotz aller Erfolge als ehrliche, unbeugsame Punk-Querköpfe gelten, die reden und singen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Das klingt zwar mitunter etwas altbacken und musikalisch konservativer als bei ihrem einzigen ernst zu nehmenden Konkurrenten um den deutschen Pop-Thron, Die Ärzte. Aber Campinos jüngst in einer Diskussion mit Ted Gaier von den Goldenen Zitronen geäußertes Argument, man hätte eben nicht das weite Feld harter Rockmusik den Böhsen Onkelz dieses Landes überlassen wollen, klingt als Motivation für die stilistische Sturheit überzeugend. Und ist aller Ehren wert, gleichgültig, ob man sich zu dieser Musik hingezogen fühlt oder nicht.

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