Konzertvorschau : The Roots: Die Oberchecker

Sie sind die wichtigste Hip-Hop-Band der Gegenwart. Jetzt treten "The Roots" in Berlin auf.

Jörg W,er
The Roots
The Roots. -Foto: Promo

Zum Glück ist alles glimpflich ausgegangen: Vor einer Woche überschlug sich der Tourbus der Roots auf einer Autobahn bei Paris. Die Mitglieder der wichtigsten HipHop-Band der Gegenwart blieben von schweren Verletzungen verschont, konnten am nächsten Abend sogar ihren Auftritt in der französischen Hauptstadt absolvieren.

Es wäre auch mehr als tragisch gewesen, wenn die Gruppe gerade zu jenem historischen Augenblick einen Schicksalsschlag erlitten hätte, an dem ihr jahrelanger Kampf von Erfolg gekrönt wurde. Denn kaum eine Band hat sich vehementer gegen die Bush-Administration engagiert als The Roots. In Zeiten, als die meisten HipHop-Künstler Gangster-Gepose oder materiellen Eitelkeiten verfallen waren, legten die Sprachgewaltigen aus Philadelphia unerbittlich den Finger in die offenen Wunden der US-Gesellschaft. Trotz ihrer an die Black-Panther-Ära erinnernden Kompromisslosigkeit, die auf den letzten Alben „The Tipping Point“, „Game Theory“ und „Rising down“ zu einer Trilogie der Abrechnung mit den herrschenden Verhältnissen und den Verhältnissen der Herrschenden geriet, sind The Roots eine fantastisch musikalische Band. Und vermutlich der beste Live-Act des Genres, der zudem erstaunliche Pop-Momente aus dem Hut zaubert: „The Seed“ oder das aktuelle „Birthday Girl“ wären im Portfolio von OutKast zu Millionenhits geworden. Dass die Roots den großen Durchbruch bislang verpasst haben, nehmen sie genauso ungerührt hin, wie sie ihre Songs einfach von Platte zu Platte durchnummerieren. Aktuell sind sie bei Nummer 142. Sollte man alle kennen, wenn man sich für Black Music interessiert.

Huxley’s Neue Welt, Do 27.11., 20 Uhr, 29 €

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