Moderat im Astra : Moderat: Breite Sounds, spektakuläre Visuals

Die Berliner Elektronica--Helden Moderat traten im rappelvollen Astra-Club auf - samt interessanter Vorgruppe und umjubeltem Gaststar.

Jörg W,er

Interessant, dass Moderat die Hamburger Oval zu ihren Vorbildern zählen und als Vorgruppe ins geladen haben. Denn deren spartanischer Klickertechno hat wenig gemein mit dem auf Breitenwirkung angelegten Sound der Berliner: Das aus den Mitgliedern der etablierten Electronica-Acts Modeselektor und Apparat bestehende Trio verweist mit schwurbelnden Intros, glitschigen Keyboardflächen und befreiend losbollernden Beats auf die massenbewegenden Techno-und Rave-Hymnen der Neunziger.

Deren Klangsignaturen kombinieren sie mit abstrakten Geräuschclustern oder schwerblütigen Gitarrenschraffuren, für die sich Apparat-Mann Sascha Ring in ordnungsgemäße Shoegazer-Posen wirft. Manchmal haucht er ein paar verhuschte Zeilen, während die Modeselektoren Gernot Bronsert und Sebastian Szary an ihren Laptops schrauben und sich bemühen, nicht allzu statisch herumzustehen.

Das genreüblich wenig aufregende Bühnengeschehen wird durch spektakuläre Visuals aufgepeppt: Da explodieren Betonpfeiler in Zeitlupe, tropfen Flüssigkeiten, greifen Hände, spiegeln Oberflächen. Alles ganz toll, aber die hochfrequent flackernden Stroboskopleuchten hätte es nicht auch noch gebraucht.

Der umjubelte Gaststar und Seeed-Rapper Dellé bringt kurz vor Schluss eine fast irritierende Dynamik ins Spiel, auch wenn das grobmotorische „Sick with it“ nicht zu den gelungensten Moderat-Tracks gehört. Weil das Repertoire nach anderthalb Stunden erschöpft ist, spielen sie einen der besten einfach noch mal: das hypnotisch groovende „A New Error“. Und zwar im „Bar 25-Remix, der dauert drei Tage“, wie der inzwischen ziemlich aufgedrehte Bronsert launisch hinzufügt. Ganz so episch wird‘s dann nicht, aber das Publikum zieht auch so zufrieden von dannen.

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