Musikmesse : Popkomm eröffnet

Kulturstaatsminister Bernd Neumann eröffnete die Popkomm mit einem Appell zum Schutz geistigen Eigentums. An drei Tagen präsentieren sich 843 Aussteller aus 52 Ländern dem Publikum, während über 400 Acts in Berliner Clubs auftreten werden.

BerlinDie Popkomm wurde eröffnet - mit einem eindringlichen Appell zum Schutz geistigen Eigentums. "Raubkopieren ist kein Kavaliersdelikt", sagte der Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) zur Eröffnung am Mittwoch in Berlin. Das unerlaubte Kopieren von Musik oder das Herunterladen von Songs aus illegalen Internettauschbörsen müsse geahndet werden, selbst bei kleineren Datenmengen.

Da sei es ein "kulturpolitisch fragwürdiges Signal, dass die Generalstaatsanwaltschaften in mehreren Bundesländern Leitlinien verfasst haben, nach denen unterhalb einer bestimmten Grenze Urheberrechtsverletzungen im Internet nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden sollen" - und damit quasi eine Bagatellklausel durch die Hintertür eingeführt haben. Dies zeige auch, wie wichtig es sei, dass die Rechteinhaber - also Texter, Komponisten und Verlage - vor einem Zivilgericht ihre Ansprüche einklagen können, sagte Neumann.

Rund 400 Acts aus mehr als 30 Ländern spielen in der Hauptstadt

Damit sprach er den seit Jahren unter Musikpiraterie leidenden Plattenbossen und Kreativen aus dem Herzen. Am Tag vor der Popkomm hatte Dieter Gorny, Vorsitzender des Bundesverbandes Musikwirtschaft, es so ausgedrückt: "Der Begriff Bagatelle ist tödlich." Für ihn ist jeder unerlaubt kopierte oder heruntergeladene Song einer zuviel. Denn die Plattenfirmen haben seit Beginn des neuen Jahrtausends fast 40 Prozent ihres Umsatzes verloren, der im vergangenen Jahr noch bei 1,65 Milliarden Euro lag. Eine Trendwende ist nicht in Sicht: Branchenexperten sagen auch für 2008 ein Minus voraus - zwei, drei, vier Prozent werden häufig genannt.

Auch auf der Popkomm werden Wege gesucht, das Raubkopieren einzudämmen und neue Vermarktungsmöglichkeiten für Musik zu finden - vor allem digitale und mobile. Daher sind unter den 843 Ausstellern aus 52 Ländern neben Plattenfirmen und Musikverlagen auch etliche Onlinemedien, Technologiefirmen und Telekomdienste vertreten.

In den drei Popkomm-Tagen werden in den Messehallen unter dem Funkturm 15.000 Fachbesucher erwartet. Beim Festival in Berliner Clubs spielen rund 400 Acts aus mehr als 30 Ländern, darunter auch bekannte Künstler wie die finnischen Hardrocker von Lordi, die schottische Pop-Band Travis oder die Hamburger Gruppe Tomte. (jg/dpa)

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