Nena : "Für mich gibt es kein Comeback"

Vor 27 Jahren erschien die erste LP von Nena. Am 28. September veröffentlicht die 47-Jährige mit "Cover Me" ihr mittlerweile 30. Album. Die Popsängerin über ihr neues Werk und ihre Ambitionen.

Nadine Schimroszik[ddp]
Nena
Nena. -Foto: ddp

HamburgWas hat Sie dazu bewogen, ein Coveralbum mit deutschen und englischen Songs aufzunehmen?



Ich wollte schon immer mal ein englisches Coveralbum machen. Damals habe ich im Kopf gehabt, dass ich einfach mal Rolling-Stones-Songs singen wollte. Jetzt sehe ich das Album als ein Dankeschön für so viel schöne Musik an. Außerdem wollte ich auch einfach mal nur Interpret sein und nicht auch Komponist und Schreiber.

Ist es sinnvoll, ein Coveralbum auf den Markt zu bringen? Schließlich kennt fast jeder bereits die Lieder, die Sie interpretieren.

Ich hatte gar nicht den Anspruch, etwas völlig anderes machen zu wollen. Wir waren einfach zwei Wochen im Studio, haben gespielt und gesungen und viel Spaß gehabt. Die Frage nach dem Sinn stellt sich mir deshalb gar nicht. Musik muss keinen Sinn machen oder eine tiefere Bedeutung haben. Ich hatte einfach richtig viel Spaß.

Wie haben Sie die Songs für das Doppelalbum ausgesucht?

Wir haben einfach ganz viele englische und deutsche Lieder im Studio gesungen und uns ausprobiert. Bei manchen Songs, wie beispielsweise "Waiting on a friend" von den Rolling Stones, hat sich mir das Lied nicht offenbart. Dann haben wir es nicht genommen. Mit Ehrfurcht vor den bekannten Songs bin ich jedenfalls nicht an die Arbeit gegangen, eher mit Respekt. Es sind Lieder dabei, mit denen ich mich sehr verbunden fühle, die mich persönlich bewegen.

Wie finden Sie es, wenn Ihre eigenen Songs gecovert werden?

Ach, ich bin bereits so oft gecovert werden. Jan Delays Version von "Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann" war nicht verkehrt. Obwohl ich den Sänger gar nicht persönlich kenne und ihm bisher nie begegnet bin.

Warum gibt es eine deutsche und eine englische CD?

Die englische, die von Uwe Fahrenkrog-Petersen produziert wurde, war zuerst fertig. Dann fehlte mir aber meine eigene Sprache und das deutsche Album entstand. Mein eigener Song "Mach die Augen auf" spannt sozusagen die Brücke zwischen beiden Werken. Insgesamt ist es das erste Album, das ich komplett zu Hause produziert habe.

Was steht in nächster Zeit bei Ihnen an?

Im Januar gehe ich mit dem neuen Album auf Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ansonsten beschäftigt mich mein Schulprojekt sehr. Mehr muss ich gar nicht zu tun haben, das reicht mir schon. Na gut, Ideen für ein weiteres Album habe ich bereits in meinem Kopf.

Wie gehen Sie mit Kritik an Ihrer Person um?

Die Kritik nehme ich gar nicht wahr. Ich weiß, dass ich polarisiere und das ist auch o.k. so. Als ich in den 80er Jahren komplett niedergemacht wurde, war das eine krasse Erfahrung. Aber ich habe gelernt, dass das Leben weitergeht. Jetzt mache ich einfach das, woran ich glaube, habe ein gewisses Urvertrauen in mich.

Gefällt Ihnen der Comeback-Begriff, der im Zusammenhang mit Ihnen als Sängerin immer wieder bemüht wird?

Er ärgert mich nicht mehr. Für mich gibt es kein Comeback, ich habe ja auch vor 2002 Platten gemacht. Damit stand ich nur nicht so in der Öffentlichkeit. Leider wollen die Leute einen immer reduzieren und das ist mit dieser Comeback-Erzählerei sehr einfach.

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