Neue Berliner Bands : Newcomer im SO 36: Oilsexpaint

Sie tragen weiße Fracks, trinken Schampus und singen von "Girls, Girls, Girls". Oilsexpaint traten im Rahmen eines Bandwettbewerbs im SO 36 auf und zeigten, was sie lieben: die Pose. Kennen Sie weitere hoffnungsvolle Newcomer? Schreiben Sie uns!

Christian Tretbar

Treu sind sie wohl. Wenigstens ihrem Motto. „In Champagne we trust“ lautet das und die drei Berliner Jungs tranken eifrig Schampus auf der Bühne im SO 36. Am Ende ließen sie die Flasche noch durchs Publikum gehen. Ob das allerdings im Nachhinein als Bestechungsversuch gewertet wird, muss die Jury entscheiden. Denn Oilsexpaint, wie sich das Trio nennt, spielten im Rahmen des internationalen Emergenza-Bandwettbewerbs in Kreuzberg. Es war das Halbfinale und jede Band hatte eine halbe Stunde Zeit, das Publikum von sich zu überzeugen.

Oilsexpaint nutzten die Gunst der Stunde. Dabei war ihr Auftritt vielleicht etwas zu weiß und zu posig für das SO36. Traten die drei doch ganz in Weiß an. Von den schneeweißen Sneakers bis zum feinen weißen Frack und Hut stimmte das Outfit. Ihre schmissigen Gitarrenriffs untermalten sie noch mit wilden Sprüngen auf die Monitorboxen, reckten die Hände in die Höhe, als gelte es eine hymnische Oasis-Nummer optisch zu verstärken. Auch das Mikro wurde wild geschwungen, wie es einst Roger Daltrey von The Who vorgemacht hat. Das ihre Songs auch noch „Girls, Girls, Girls“ oder gar „Bigger than God“ hießen und eine kleine Lichtorgel auf der Bühne die drei Buchstaben OSP aufblitzen ließ, rundete den Dandy-Auftritt ab.

Auch wenn all das hemmungslos zusammengeklaut ist, genau wie ihre Musik eine durchaus gelungene Mischung aus Kaiser Chiefs, Nickelback und AC/DC-Anleihen ist, passte die Show perfekt. Es war weiß, posig aber verdammt rockig. Nichts wirkte erzwungen oder aufgesetzt - sondern die meinen das im vollen Ernst. Und das ist gut so. Schließlich war ihr Auftritt nicht nur sehr professionell und perfekt, sondern auch authentisch. Wer es schafft, so auf Dandy zu machen, ohne komplett lächerlich von der Bühne gepfiffen zu werden, muss einiges richtig gemacht haben. Dann mal Prost, auf die nächsten Auftritte.

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