Neue Berliner Bands : Newcomer in der Junction Bar: Zehlendorf erobert Kreuzberg

Sound of the Suburbs - zwei junge Berliner Bands stellten sich in der Junction Bar vor: The Perfect Pineapple und Immer Anfang 20. Kennen Sie weitere hoffnungsvolle Newcomer? Schreiben Sie uns!

Floran Ernst

Die Junction Bar lag auch am Freitagabend noch in Kreuzberg. Von den Menschen im Publikum schien allerdings niemand um die Ecke zu wohnen. Was wahrscheinlich daran lag, dass auch die erste Liveband aus Zehlendorf und Umgebung angereist war. „The Perfect Pineapple“ spielten vor Freunden, feierten Bühnendebüt.

Musikalisch sind die vier Jungs, Simon (Gesang/Gitarre), Daniel (Gitarre), Malte (Bass) und Jonathan (Schlagzeug) nicht ganz eindeutig einzuordnen. Die Songs wechseln zwischen gitarrenbetontem Indierock, rhythmusbetonten, eher poppigen Stücken und bluesigen Balladen, denen die Affinität von Sänger Simon zu Singer-Songwriter-Musik anzuhören ist.

Genau bei letzteren Songs überzeugen die Ananasfreunde am meisten. Wenn Sänger Simon die E-Gitarre weglegt und zur Akustikgitarre singt, zeigt sich das musikalische Potenzial der Neulinge am deutlichsten.  Beim Namen haben sich „The Perfect Pineapple“ vom Pappetikett einer Ananas inspirieren lassen, musikalisch scheinen die Red Hot Chili Peppers als Vorbild gedient zu haben, dennoch ist es schwer, eine klare Richtung zu erkennen. Wohin es musikalisch weiter gehen soll, ist offenbar noch nicht ganz klar. Im Herbst wollen die Jungs ins Studio gehen, um die bislang 12 Songs mit zwei, drei weiteren neuen Stücken auf Platte zu bannen.

In dieser Hinsicht sind „Immer Anfang 20“, der eigentliche Hauptact des Abends, schon einen Schritt weiter. Die fünf Jungs sind zurzeit dabei, die erste Platte aufzunehmen. Doch während die Junction Bar in der Gneisenaustraße mit 365 Tagen Live-Musik im Jahr als feste Institution gilt, haben auch „Immer Anfang 20“ noch einen weiten Weg vor sich, wollten sie ebenfalls eine feste Größe in Berlin werden.

Die Band liefert deutschsprachigen Indie-Pop, der sich musikalisch irgendwo zwischen „Clueso“, „Silbermond“ und „Juli“ bewegt. Wobei der Vergleich etwas vermessen ist, denn auch diese Band stand erst zum dritten Mal auf einer Bühne. Musikalische Akzente setzt die Band vor allem durch funkige Saxofoneinlagen. Auch wenn der Name eher in die Jahre gekommene Herren oder Damen erwarten lässt, sind Sänger Christoph, Gitarrist Ben, Carlo (Keyboard, Saxofon),  Bassist Steve und Schlagzeuger Marius selbst erst Anfang 20.

Ebenso jung war auch das Publikum an diesem Abend. Zudem kannte man sich untereinander. Nicht ganz so verwunderlich, denn Christoph und Carlo waren auch auf dem gleichen Zehlendorfer Gymnasium wie die Perfect-Pineapple-Jungs. So wirkte der Auftritt am Freitag trotz der öffentlichen Location eher wie ein Privatkonzert. Um den Live-Keller der Junction Bar zu füllen, waren allemal genug Freunde, Fans und Eltern gekommen. Noch stehen beide Bands ganz am Anfang. Mal sehen, ob es irgendwann auch mit echtem Kreuzberger Publikum klappt.

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