Opernthriller ''Tiefland'' : Nadja Michael debütiert als Marta

Der Opernthriller "Tiefland" ist ab kommenden Freitag in einer Neuinszenierung von Roland Schwab an der Deutschen Oper Berlin zu erleben. Die 38-jährige Sopranistin Nadja Michael debütiert in der Rolle der Marta.

Berlin"Tiefland", 1903 von Eugen d'Albert (1864-1932) komponiert, war fast ein halbes Jahrhundert lang unglaublich populär und gehörte zu Adolf Hitlers Lieblingswerken. Gegen Ende des Dritten Reiches verfilmte Leni Riefenstahl das Bauerndrama, für die Statisten rekrutierte sie Zigeuner aus Konzentrationslagern. Danach verschwand die Oper von den Bühnen. Erst in den vergangenen Jahren stand sie an großen Häusern wie Wien, Zürich und Frankfurt am Main wieder auf dem Premierenspielplan. Die musikalische Leitung der Berliner Inszenierung übernimmt Yves Abel.

Nadja Michael debütiert als Marta

Die bei den Bregenzer Festspielen in diesem Sommer gefeierte 38-jährige Sopranistin Nadja Michael debütiert als Marta im emotionalen Zentrum dieses Labyrinths aus Konventionen. Die Rolle des Tiefländers Sebastiano übernimmt Egils Silins, Torsten Kerl ist Pedro. "Tiefland" ist die dramatische Liebesgeschichte zwischen einem Hirten und einer Magd. Erst nach der Hochzeit erfährt der Hirte Pedro, dass er in eine üble Intrige geraten ist: Seine Frau ist die Geliebte eines anderen.

Regisseur Schwab will die Oper mit seiner Inszenierung herauskämpfen aus einem "Naturalismusballast", wie er betonte. Die "geheimnisvoll bedrohlichen Energifelder" der Musik wolle er dagegen freilegen. "Die Kostbarkeit der Komposition besteht vor allem im permanenten mysteriösen Kreisen um das animalische im Menschen", sagte Schwab. (mit ddp)

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