Pop-Tipp : Pearl Jam, Kid Cudi, Fat Freddy's Drop

Die Alben, die Nadine Lange (Tagesspiegel und Ticket) zur Zeit rauf- und runterhört.

Nadine Lange
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Nadine Lange.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Pearl Jam: Backspacer (Island/Universal)


Wenn alten Helden nochmal eine Überraschung gelingt, freut mich das gleich doppelt. Pearl Jams „Backspacer“ ist so ein Fall: Die Band spielt so befreit und überzeugend auf, wie seit Jahren nicht mehr. Ihr sind einige richtig tolle Songs gelungen und mit welcher Leichtigkeit sie Klavier, Streicher oder Bläser in ihren Klangkosmos integrieren, ist schon beeindruckend. Auch die Akustiknummern, die an Eddie Vedders „Into the Wild“-Soundtrack erinnern, sind stark. „The End“ zum Beispiel handelt vom Tod, und Vedder singt mit so viel Verletzlichkeit in der Stimme, dass es einem einfach die Kehle zuschnürt. - Fast schon ein Alterswerk. Anspieltipps: „The Fixer“, „Speed of Sound“

Kid Cudi: Man on the Moon: The End of Day (Universal)
Kayne West hat einfach einen Riecher für Talente. Seine neueste Entdeckung: Scott Mescudi aus Cleveland, Ohio. Der 25-jährige beeindruckt auf seinem Debüt mit einer großen Stilvielfalt, persönlichen Texten und sehr lässigem Gesang. Anspieltipps: „Sky might fall“, „Pursuit of Happiness“ feat. MGMT & Ratatat.

Fat Freddy's Drop: Dr Boondigga & the Big B (The Drop/Rough Trade)
Die phänomenale Dubreggae-Combo aus Neuseeland überrascht auf ihrem zweiten Album mit stilistischer Weiterentwicklung in Richtung Funk und Soul. Dabei groovt die siebenköpfige Band um Sänger Joe Dukie wieder so unverschämt gut, dass man automatisch gute Laune bekommt. Ein gutes Antidepressivum gegen Berliner Wintergrau sind die neun Songs auf jeden Fall.
Anspieltipps: „Boondigga“, „The Nod“

Nadine Lange kam in der Rheinmetropole Leverkusen zur Welt. Nach Studium und Journalistenschule in München lebt sie seit 1999 in Kreuzberg. Beim Tagesspiegel betreut sie das Veranstaltungmagazin TICKET und schreibt für den Kulturteil über Pop-Musik und gelegentlich über Filme. Trotz Indie-Rock-Sozialisation interessiert sie sich nicht nur für Gitarrenlärm, sondern auch für Electro-Pop, Singer/Songwriter und HipHop.

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