Pop-Tipp : Wu-Tang Clan, Zomby, Hyperdub

Der Sound, ohne den der DJ und Musikjournalist Martin Böttcher nicht sein möchte.

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Martin Böttcher.Foto: promo

Wu-Tang Clan - Wu-Tang Meets The Indie Culture Vol. 2: Enter The Dubstep



Ich habe gerade anderthalb Monate in den USA zugebracht. Da herrschen, zumindest was die Musik angeht, andere Gesetze. Aktuelle elektronische Musik zum Beispiel spielt dort so gut wie gar keine Rolle. Schon gar nicht, wenn man in den leicht verschlafenen Südstaaten unterwegs ist. Vielleicht aus Trotz habe ich deshalb in den letzten Wochen Musik gehört, die wie kaum eine andere in der Großstadt (und vor allem in London) verankert ist: Dubstep. Tiefe, tiefe Bässe, schrille elektronische Effekte und eine gewisse bekiffte Langsamkeit machen Dubstep für mich so anziehend. Und wenn der Wu-Tang Clan, die legendäre Hip-Hop-Gruppe aus New York, hier auf einem Doppelalbum auf englische Dubstep-Produzenten trifft, dann wird es nicht nur düster, sondern gut. Selbst wenn das einfach nur Remixe bekannter Wu-Tang-Songs sind.

Zomby – One Foot Ahead of the Other

In eine andere Richtung geht Zomby. „One Foot Ahead of the Other“ heißt seine neue EP. Auch wenn Zomby selbst das gar nicht gerne hört: Sein Dubstep wird als „Wonky“ bezeichnet. Hört sich lustig an? Dann passt es ja, Zomby ist nicht so düster. Sondern hat Spaß an kleinen verspielten Sounds. Nicht Nebel, Beton und düstere Keller kommen einem in den Sinn, sondern Super Mario und Sonic – Dubstep mit Videospiel-Anmutung!

5 Years Of Hyperdub

Und weil Schokolade und Salzstangen abwechselnd gegessen doppelt so gut schmecken und doppelt so lange zu ertragen sind, zum Abschluss wieder etwas Böses: Ein Doppel-Sampler des bekanntesten Dupstep-Plattenlabels überhaupt: Hyperdub feiert seinen fünften Geburtstag und hat seine Stars gebeten, ordentlich Alarm zu machen. Zomby ist zwar auch dabei, aber mit Darkstar, Martyn und Kode9 wird es wieder deutlich weniger hell. Außerdem ist darauf, nach langer Zeit mal wieder, ein neuer Song von Burial, dem Star der Szene, zu finden. Der allein ist es schon wert, sich diese Compilation zu holen.

Martin Böttcher ist Musikjournalist „für alles“ und DJ mit Hang zum  TechnoElectroHouse. Er arbeitet für Deutschlandradio Kultur, verschiedene RBB-Wellen und das Internetradio „byte.fm“. Martin Böttcher hatte seine DJ-Premiere im Keller des alten Berliner „Tresor“ und hat danach in Clubs wie dem „Cookies“, dem „GMF“ und dem „Crackers“ gespielt.  Derzeit ist er fast jede Woche in Tim Raues „Ma Bar“ zu erleben.

Und hier gibt es mehr (Playlisten zum Beispiel):

www.myspace.com/ostwestberlin
www.myspace.com/zeittunnel
www.byte.fm/index.php?cont=moderatoren_detail&moderator=41

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