Popkomm : "Deutsche Musik braucht sich nicht zu verstecken"

BerlinBundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat die Bedeutung der Musikindustrie für die deutsche Wirtschaft gewürdigt. Die Branche sei längst nicht mehr nur etwas für Kulturpolitiker, sondern "ein bedeutender Wirtschaftszweig", sagte Glos bei der offiziellen Eröffnung der 19. Popkomm, die bereits zum 4. Mal in Berlin stattfindet.

Die Musikwirtschaft erziele einen Umsatz von fünf Milliarden Euro. Der Markt für Online-Musik sei gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent gewachsen. 2006 habe Deutschland seinen vierten Platz am Weltmusikmarkt behauptet. Mit sieben Prozent des Weltmarktumsatzes stehe Deutschland gleich hinter den USA, Japan und Großbritannien.

Glos sagte, er sehe aber "ganz klar auch die Probleme": Der Tonträgermarkt entwickle sich aufgrund illegaler Aufnahmen rückläufig. Deshalb gehöre der Schutz geistigen Eigentums "ganz oben auf die Tagesordnung". Auch die Politik sei in der Verantwortung.

Gezielte Nachwuchsförderung

Das Wirtschaftsministerium werde gemeinsam mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) in Kürze eine Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft starten. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit dieses neuen Bereichs in allen seinen Teilbranchen zu stärken. "Davon verspreche ich mir sowohl Wachstums- als auch Beschäftigungsimpulse", sagte Glos.

Dieses Ziel habe auch die neue "Initiative Musik", die auf der Popkomm starte und für eine "beispielhafte öffentlich-private Partnerschaft von Musikwirtschaft und Politik" stehe. Mit der Initiative sollen der Nachwuchs gezielt gefördert und die Exportchancen für deutsche Produkte erhöht werden.

Mit Blick auf das diesjährige Partnerland Deutschland sagte der Minister, dies sei eine Chance, "allen zu zeigen, wie kreativ und vielfältig das Spektrum deutscher Musik ist". Pop, Rock, Jazz und Klassik aus Deutschland müssten sich nicht verstecken. (mit ddp)

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