Popkomm-Organisator Barkowski im Interview : "Wir haben alles durchgerüttelt"

Am Dienstagabend eröffnet die Popkomm. Projektleiter Daniel Barkowski verrät, was man dieses Jahr nicht verpassen darf. Und warum die Messe ihren Umzug einem Zufall verdankt.

Daniel Barkowski.
Daniel Barkowski.Foto: Promo

Nach der Absage im letzten Jahr war keineswegs klar, dass die neue Popkomm schon im Vorfeld so viel Beachtung finden würde...

Ja, wenn man einmal verschiebt, hat die Veranstaltung beim nächsten Mal ein ganz schwieriges Standing, sagt man eigentlich bei uns in der Messebranche. Und jetzt sind wir komplett ausgebucht, mussten sogar noch Flächen am Rollfeld erweitern.

Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee, nach Tempelhof zu ziehen?

Wir saßen vergangenen Herbst im Oxymoron am Hackeschen Markt, der Senat hatte rund 30 Leute zu einem Treffen über die Zukunft der Musikstadt Berlin geladen. Da teilten wir zufällig einen Ecktisch mit den Machern des Berlin-Festivals, die waren ja bereits 2009 in Tempelhof. Wir tauschten uns aus, fanden uns menschlich sympathisch, und zwei Tage später kam uns der Gedanke, wir könnten doch ebenfalls nach Tempelhof gehen.

Unter dem Dach der „Berlin Music Week“ sind neben Popkomm und Berlin-Festival auch die Konferenz All together now (a2n) und die Clubnacht vereinigt. Gab es bei den Planungen Reibungspunkte?

Ich bin Rheinländer und also ehrlich: Natürlich gab es die, das war produktiv und belebend. Unsere Positionen und Interessen unterscheiden sich logischerweise in gewissen Punkten. Manchmal versteht ein Clubbesitzer nicht, was eine Messe braucht – und umgekehrt. Aber die Diskussionen waren immer nach vorne gerichtet. Außerdem habe ich mit Andreas Gebhard von der All together now Abitur gemacht, 1994 in Köln-Deutz. Das verbindet.

Am Freitag wird die Popkomm zum ersten Mal für alle Musikinteressierte geöffnet. Warum erst im 21. Jahr ihres Bestehens?

Das kommt alles durch die Pause im letzten Jahr. Man überdenkt automatisch Dinge, die eingerostet waren. Da wird alles kräftig durchgerüttelt, neues angedacht.

War der „Public Day“ den Ausstellern ein Anliegen – oder mussten sie sich erst an den Gedanken gewöhnen?

Es gab beides. Wir haben vorher eine Befragung unter den Ausstellern durchgeführt, da ist die Idee mehrheitlich recht gut angekommen. Ich denke, sie werden sich darauf einstellen.

Einen Stand, den man als Besucher auf keinen Fall verpassen sollte?

Den von „Optical Media“, die findet man gleich hinterm Eingang links in den ehemaligen Reisebüros. Da gibt’s Musik, eine Modenschau vom Label „8 1/2 Wochen“ und den Winzer Tesch, der hat schon Wein für die Toten Hosen hergestellt.

Abends lädt die Popkomm zu Showcases ein – mit 60 Bands, die noch nicht oben in den Charts stehen. Welchen Auftritt werden Sie sich nicht entgehen lassen?

Ich werde sicher nicht dazu kommen, irgendetwas in diesen Tagen groß zu genießen, dafür bin ich zu eingespannt. Aber Mittwochabend habe ich einen Termin in der Passionskirche, da werde ich mich wohl kurz absetzen und Jully Black angucken, eine kanadische R&B-Sängerin. Werde ich meinen Mitarbeitern aber nicht erzählen.

Das Interview führte Sebastian Leber.

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