Prominente : Star Wars

Sie lästern über die Kilos der anderen und beschimpfen sich auf Facebook: Zwischen Katy Perry und Lily Allen tobt der Zickenkrieg. Im Musikgeschäft hat das schon Tradition. Ein Best-of.

Ulf Lippitz
Star Wars 1
Katy Perry vs. Lily Allen. -Foto: AFP [M]

KATY PERRY VS. LILY ALLEN
Ausgangslage:

Katy Perry, Pastorentochter aus Kalifornien, landete in den vergangenen Monaten mit „I kissed a girl“ und „Hot N Cold“ weltweite Hits. Ihre Rivalin, die Londonerin Lily Allen, hatte schon 2006 mit dem Lied „Smile“ Erfolg. Es gehörte damals zu den meistverkauften Singles in Großbritannien.
Konflikt: Wer anfing, ist schwer zu sagen. Lily Allen behauptete im Dezember, Perry sei nur „eine amerikanische Kopie von mir“. Die vermeintliche Kopie ließ daraufhin verlauten: „Ich bin eine fettere Version von Amy Winehouse und eine dünnere von Lily Allen.“ Nach kurzer Ruhepause über die Feiertage geht der Kampf nun in die nächste Runde. Lily Allen hat sich erneut zu Wort gemeldet. Sollte Perry noch einmal Unsinn erzählen, will sie die Telefonnummer der Rivalin ins Internet stellen.
Ergebnis: Offen. Allen veröffentlichte soeben die Single „The Fear“. Ein neues Album soll folgen. Unabhängig davon, wie erfolgreich es sein wird: Die Britin überzeugt bisher mehr – zumindest in Sachen amüsanter Kriegsführung. Im Internetnetzwerk „Facebook“ trat sie den Gruppen „I hate Kate Perry and her Dumb-ass song, ,I kissed a girl’“ und „Kate Perry? Who the Hell does she Think she is?“ bei.


Star Wars 2
Walter Scholz vs. Stefan Mross. -Foto: dpa [M]

WALTER SCHOLZ VS. STEFAN MROSS
Ausgangslage:

Beide sind Legenden der deutschen Volksmusik. Stefan Mross brachte es schon in jungen Jahren zum Sänger, Trompeter und Moderator. Der gut 40 Jahre ältere Walter Scholz (genannt: „der Trompeter mit der Teufelszunge“) zählt seit jeher zu seinen Vorbildern – Scholz spielt zum Beispiel auch für Philharmonieorchester.
Konflikt: Alexandre Malempré, Studiomusiker aus Belgien, zettelte Ende der 90er Jahre den „Trompeterkrieg“ an, als er Mross verklagte. Sein Vorwurf: Auf den CDs des Bayern sei vor allem er, Malempré, zu hören. Mross könne gar nicht Trompete spielen. Walter Scholz stellte sich hinter den Belgier. Schon 1997 hatte die „Teufelszunge“ über seinen Kollegen und Bewunderer Mross geurteilt: „Der Bub kann nix.“ Der „Bub“ reagierte verletzt. Im Sommer 2000 spielte er dann vor einem Gutachter. Dieser bescheinigte: Mross sei „nicht fähig, eine hochwertige CD mit einer eigenen Trompetenstimme zu produzieren“, er spiele „stümperhaft“.
Ergebnis: Versöhnung. Mit Malempré einigte sich Mross außergerichtlich. Und Scholz entschuldigte sich im November 2005 sogar: In einer Volksmusik-Sendung gab er für Mross ein eigens komponiertes Stück zum Besten. Der Nachwuchsmusiker soll den Tränen nahe gewesen sein. Beide sind erfolgreicher denn je.


Star Wars 3
Westernhagen vs. Grönemeyer. -Foto: ddp [M]

WESTERNHAGEN VS. GRÖNEMEYER


Ausgangslage:

Marius Müller-Westernhagen und Herbert Grönemeyer haben den Deutschrock seit den 80er Jahren stadionfähig gemacht. Grönemeyer mit kumpeligem Nuschelpop, Westernhagen mit etwas weniger vernuschelten Hymnen.
Konflikt: Westernhagen bezeichnete sich 2002 als erfolgreichsten deutschen Rocksänger. Grönemeyer fand das „unanständig“ und warf seinem Kollegen im „Stern“ mangelnde Dankbarkeit vor: „Als seine Plattenverkäufe vor Jahren massiv runtergingen, habe ich ihn in meinen Musikverlag geholt.“ Daraufhin fragte Westernhagen in der „Bild-Zeitung“: „Wer ist Grönemeyer?“
Ergebnis: Obwohl keine genauen Verkaufszahlen vorliegen, scheint Grönemeyer im Recht zu sein. Er war und ist wohl erfolgreicher. Um die Jahreswende stand sein Best-of-Album „Was muss, muss“ auf Platz eins, Westernhagens Werkschau „Wunschkonzert“ kam gerade mal auf Rang sieben.


Star Wars 4
Christina Aguilera vs. Britney Spears. -Foto: Getty [M]

CHRISTINA AGUILERA VS. BRITNEY SPEARS


Ausgangslage:

Als Teenager moderierten beide die populäre Fernsehshow „Disney Club“. Später kreuzten sich ihre Wege erneut: Nur ein halbes Jahr nachdem Britney Spears 1999 ihre Karriere als Popsternchen bei „Jive Records“ begann, präsentierte ein anderes Plattenlabel Christina Aguilera als neuen Teenie-Star.
Konflikt: Während Spears zunächst, zumindest oberflächlich, die heile Welt von Familie und christlichen Werten beschwor, inszenierte sich Aguilera von Anfang an als Vorstadt-Lolita. Der Zickenkrieg zwischen den beiden begann 2002. Nach einem gemeinsamen Auftritt von Spears und Madonna bei den MTV Awards, beschuldigte die möglicherweise neidische Aguilera ihre Rivalin, sie sei nur ein „Fake“. Einige Tage später legte sie nach: „Ich will nicht mit dieser Teenie-Müll-Tussi auf einem Bild sein.“
Ergebnis: Spears ließ sich nicht provozieren. Auf ihrer Internetseite heißt es, sie habe ihrer Rivalin in einem Brief geschrieben, wie glücklich und schön Aguilera aussehe. Nach einer Reihe von Skandalen (Glatze, Sorgerechtsstreit, Aufenthalt in einer Entzugsklinik) wird Spears derzeit für ihr erfolgreiches Album „Circus“ gefeiert. Aguileras neueste Platte verkauft sich dagegen nur mäßig.


Star Wars 5
Amy Winehouse vs. Katie Melua. -Foto: AFP, dpa [M]

AMY WINEHOUSE VS. KATIE MELUA


Ausgangslage:

Die zwei jungen britischen Sängerinnen wurden 2003 bekannt. Ihre Plattenfirmen vermarkteten sie als neue Jazz-Soul-Hoffnungen. Hintergrund: Kurz zuvor hatte die US-Sängerin Norah Jones mit einer Mischung aus Barjazz und Folkpop überraschende Erfolge feiern können.
Konflikt: Winehouse und Melua besuchten zwar beide die „Brit School for Performing Arts“ in London. Ansonsten haben sie wenig gemeinsam. Winehouse wehrte sich von Beginn an gegen jeden Vergleich: „Katie Melua singt Schlampenlieder, die ihr Manager geschrieben hat.“ Später sagte sie zum Vorschlag, mit Melua ein Lied einzuspielen: „Lieber habe ich Katzen-Aids.“ Ihre Kontrahentin machte im Gegenzug ihrem braven Image alle Ehre und verurteilte Winhouse, weil diese den Konsum von Drogen verherrliche.
Ergebnis: Katie Melua steht weiter auf der Bühne, während Amy Winehouse vor allem dank ihrer Krankenakte Aufsehen erregt. Auch wenn sich die erst 25 Jahre alte Winehouse systematisch zugrunde richtet – nach den Spielregeln des Musikgeschäfts ist sie die eindeutige Siegerin des Duells. Alle Welt redet über sie, und ihre Platte „Back to Black“ war 2008 das meistverkaufte Album in Deutschland.


Star Wars 6
Kayne West vs. 50 Cent. -Foto: Getty, AFP [M]

KANYE WEST VS. 50 CENT


Ausgangslage:

Beide stiegen in den vergangenen Jahren zu Superstars auf. Kanye West aus Atlanta gilt als smarter Wortakrobat, der New Yorker 50 Cent eher als Rabauken-Rapper.
Konflikt: Im September 2007 veröffentlichten die zwei Hip-Hopper am selben Tag ihre neuen Alben. Das US-Musikmagazin „Rolling Stone“ rief den „Showdown der Giganten“ aus und fotografierte sie gemeinsam für das Titelbild. Auch bei den MTV Awards traten die Rapper zusammen vor die Kamera. „Das ist ein Kampf zwischen Teddybär und Gorilla“, lästerte der selbst ernannte Gorilla 50 Cent und stellte sein Karriereende in Aussicht, sollte Kanye West mehr Platten verkaufen als er.
Ergebnis: Sieger wurde Kanye West. Er setzte in der ersten Woche 957 000 Exemplare seines Albums ab, 50 Cent verkaufte nur 691 000 Platten. Der wirkliche Gewinner des Wettstreits war jedoch der Plattenriese Universal, bei dem interessanterweise beide Alben erschienen, weshalb man das ganze Duell getrost als Marketing-Trick bezeichnen kann. Es überrascht daher auch wenig, dass 50 Cent trotz seiner Niederlage keine Sekunde ans Aufhören dachte. Im April erscheint sein neues Album „Before I Self-Destruct“.

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