Robert Wyatt – For the ghosts within : In der Dämmerungszone zwischen E und U

Ein Album das zwischen Jazz, Klassik und Weltmusik pendelt, ein Sänger, der lispelt, ein Rapstück wie aus der Muppet Show, eine gepfiffene Version von „Round Midnight“. Klingt anstrengend, albern und nervig? Das Gegenteil ist der Fall.

Martin Väterlein

Seit über 45 Jahren macht Robert Wyatt nun schon Musik zwischen Genie und Wahnsinn. Der Mitbegründer der englischen Art-Rock Band Soft Machine arbeitete während seiner abwechslungsreichen Karriere mit so verdienten Musikern wie Brian Eno, David Gilmore, Björk, Elvis Costello und Mike Oldfield. Meist entstanden dabei Stücke, die sich auf angenehme Art vom Mainstream absetzten.

Gemeinsam mit seinen Freunden Gilad Atzmon (Saxophon) und Ros Stephan (Streicherarrangements) gelingt es Wyatt nun erneut ein überzeugendes und vor allem auch schönes Album vorzulegen. Dass Schönheit dabei nicht im Gegensatz zu einem etwas verqueren Ansatz stehen muss, beweist das Trio auf allen elf Stücken der LP.

Getragen von Streicherarrangements und begleitet von dezenten Bläsersätzen widmen sich die drei neben den eigenen Kompositionen Jazzstandards wie „Lush Life“, „Round Midnight“ und sogar dem unkaputtbaren und in dieser Version einfach zauberhaften „What a Wonderful World“.
Das Ergebnis ist Musik, die eine stille Kraft zur Verführung besitzt, die glücklich macht und unheilbar sehnsüchtig. Der Zuhörer wird in eine vorwiegend durch weiche Töne und den tief berührenden Gesang erzeugte, äußerst intime Stimmung gezogen. Wyatt selbst beschrieb die Aufnahmesessions zu For the ghosts within als das Eintauchen in ein wunderbar warmes Bad. Man kann jedem Musikliebhaber nur empfehlen, mit in die Wanne zu steigen.

Ebenfalls neu auf Vinyl:

Es gab ja schon einige Alben von Neil Young, die das Zeug dazu hatten, die Hörerwartungen seiner Fans zu erschüttern. Manches davon ist durch die Jahre hindurch gereift. Manches ist heute noch schlicht unhörbar. Wie sich Youngs Neue „Le Noise“ in diesem Zusammenhang verhalten wird, muss die Geschichte zeigen. Heute jedenfalls mögen diese Stücke, die Daniel Lanois ausschließlich mit Gitarren und Gesang produzierte, nur stellenweise zu überzeugen.

Jenny And Johnny sind Rilo Kiley Sängerin Jenny Lewis und ihr Boyfriend Johnathan Rice. Den beiden ist mit „I´m having fun now“ eine sonnige, abwechslungsreiche Platte zwischen Westcoast und Folkrock mit vielen Twanggitarren und Uhs und Ahs gelungen. Ein gutes Mittel gegen die anstehende Herbstdepression.

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