Rose Kemp unterstützt Calexico : Musik ohne Angeber

Rose Kemp tritt am Donnerstagabend vor Calexico in der Columbiahalle auf. Die britische Sängerin und Gitarristin liebt den Krach - und die Ruhe.

Markus Hesselmann
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Lärm ist Arbeit. Rose Kemp spielt in Berlin.Foto: Chris Lucas

Über Calexico ist hier und da schon die eine oder andere Zeile geschrieben worden. Sie treten Donnerstagabend in der Columbiahalle auf und sind eine wunderbare Band. So, und jetzt bleiben hier 40 Zeilen für Rose Kemp, die britische Sängerin und Gitarristin, die vor Calexico spielt.

„Ich werde noch lauter“, hatte Rose Kemp im Gespräch mit dem Tagesspiegel im vergangenen Jahr angekündigt. Sie musste und muss sich den Gitarrenlärm erst erarbeiten. Denn der ganz große Krach wurde ihr zu Hause nicht beigebracht. Ihre Eltern, Maddy Prior und Rick Kemp, sind als Mitglieder der Band Steeleye Span in der Folkszene echte Stars.

Sakraler Schmutz

Mit ihrem neuen Album ist Rose Kemp bei der Lärmaneignung gegenüber dem Vorgänger „A Handfull of Hurricanes“ wieder einen Schritt weiter gekommen. Den Gegensatz zwischen Ruhe und Krach, zwischen Nacht und Tag, zwischen Ballade und Punk pflegt Rose Kemp aber auch hier. Das deutet schon der Titel („Unholy Majesty“) wieder an. Sie verbindet majestätischen, zuweilen geradezu sphärischen, sakralen Gesang mit schmutzigen, ungehörigen Riffs – deutlich mehr ungehörigen Riffs als zuletzt.

Rose Kemp liebt die großen Verstärker und möglichst viele Effektgeräte für ihre Gitarre. Trotzdem kann es passieren, dass sie plötzlich Lust auf einen ruhigen Gig bekommt. Kein Auftritt soll bei ihr wie der andere sein. Vorhersagen sind bei Rose Kemp schwierig.

Bristol vs. London vs. Berlin

Die Sängerin und Gitarristin kommt aus Bristol, der südwestenglischen Küstenstadt, die bereits Tricky (schon am Mittwochabend in Berlin, beim Intro-Intim-Abend in der Maria am Ufer), Massive Attack und Portishead hervorbrachte. Die 23-jährige Sängerin gehört aber zu einer anderen, jüngeren, abwechslungsreicheren Szene in der „Stadt ohne Angeber“, wie sie Bristol im Gegensatz zu London nennt.

Auch Berlin gefällt ihr, sagt Rose Kemp, auch hier sei Kreativität wichtiger als die Show drumherum. Die Stadt dankt und freut sich auf Donnerstagabend.

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