Salzburger Festspiele : Flimm: "Die Gegenwart spiegeln"

Die Salzburger Festspiele sind eröffnet. Intendant Jürgen Flimm wählte als Auftakt Thomas Bernhards Drama "Ein Fest für Boris". Die Schauspielerin Marie Bäumer ist erstmals in der "Buhlschaft" zu sehen.

Jürgen Flimm
Jürgen Flimm in seiner ersten Spielzeit als Intendant in Salzburg. -Foto: ddp

Salzburg Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer hat die Salzburger Festspiele eröffnet. In seiner Rede zum Festakt in der Felsenreitschule betonte Fischer die politische Bedeutung von Kunst und Kultur. Der neue künstlerische Leiter des Festivals Jürgen Flimm nannte als sein Ziel: "Die Gegenwart spiegeln, die Welt spiegeln". Die Geschichten dazu müssten "nicht immer von heute sein - auch alte, neu gedacht, dienen solchem Zweck".

In der ersten Saison unter Intendant Flimm, Schauspielchef Thomas Oberender und Konzertdirektor Markus Hinterhäuser sind zahlreiche Stück zu sehen, die noch nie oder schon lange nicht mehr bei dem Festival gezeigt wurden. Am Abend stand im Salzburger Landestheater als Auftakt Thomas Bernhards Drama "Ein Fest für Boris" auf dem Programm. Das Stück war ursprünglich als "Anti-Jedermann" konzipiert, war aber noch nie bei den Festspielen zu sehen.

Marie Bäumer erstmals als die "Buhlschaft"

Bei Hugo von Hofmannsthals Traditionsspiel "Jedermann" am Samstag am Domplatz spielt die deutsche Schauspielerin Marie Bäumer erstmals die "Buhlschaft" an der Seite von Peter Simonischek. Das Opernprogramm eröffnet Haydns Rarität "Armida", die Titelpartie singt die junge Sopranistin Annette Dasch. Weitere Höhepunkte in Flimms erster Saison sind Tschaikowskys Liebesdrama "Eugen Onegin", Webers "Freischütz" sowie die Künstler-Oper "Benvenuto Cellini" von Hector Berlioz.

Im Zentrum des Theaterprogramms steht ein Projekt des belgischen Regisseurs Luk Perceval zu Molière sowie die Neuinszenierung von Heiner Müllers "Quartett". Hinterhäuser legt im Konzertprogramm einen Schwerpunkt auf das Werk des italienischen Komponisten Giaconto Scelsi (1905-1988) und eine Reihe mit dem West-Eastern Divan Orchestra des Dirigenten Daniel Barenboim. (mit dpa)

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