Soundcheck auf Radio Eins : CDs der Woche: Sonic Youth, Patrick Wolf, Placebo und Kasabian

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr reden vier Popkritiker auf Radio Eins über ihre CDs der Woche. Diesmal: Neues von Sonic Youth, Patrick Wolf, Placebo und Kasabian.

ROCK Sonic Youth The Eternal (Matador)


Seit fast 30 Jahren formen die New Yorker Avantgardisten aus dem Getöse ihrer Gitarren seltsam schöne Songs. Ihre Stücke sind eher Skulpturen aus Lärm und Disharmonien. Stoisch halten Sonic Youth, verstärkt mit dem ehemaligen Pavement-Bassisten, auf dem 16. Album an ihrem Konzept fest. Sie sind große Weitermacher.
Christian Schröder, Tagesspiegel

POP Patrick Wolf The Bachelor (Bloody Chamber Music)
Der 25-jährige Blondschopf aus London zieht alle Register: Keltischer Folk, Kinderchöre, Kirchenorgeln, atarische Elektrogeräusche und Stimmen multipler Persönlichkeiten und Geschlechter. So hatten wir uns das in der Postmoderne vorgestellt – nur nicht als Gesamtkunstwerk so wild romantisch.
Steen Lorenzen, Radioeins

ROCK Placebo Battle For The Sun (PIAS)
Brian Molko geht es zu gut. Leider. Der Placebo-Frontmann schreibt plötzlich positive Songs und die Band klingt so brachial wie nie. Der neue, komplett tätowierte Schlagzeuger mag eine optische Bereicherung sein, aber er kann nicht leise spielen. Damit geht die typische Placebo-Melancholie verloren. Aber wer für die Sonne kämpft ...
Simon Brauer, Radioeins

ROCK Kasabian West Ryder Pauper Lunatic Asylum (Columbia)
Das sonst eher nüchterne „Mojo“-Magazin erwartet von dieser Platte nicht weniger, als dass sie den britischen Rock rette. Und Kasabian packen’s an: mit den Mitteln des 21. Jahrhunderts werden die Geister der psychedelischen 60er beschworen. Das Ergebnis ist aberwitzig gut. Mission accomplished: Rock gerettet.
Andreas Müller, Moderator

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