Soundcheck : CD-Neuerscheinungen: Arctic Monkeys und mehr

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr reden vier Popkritiker auf Radioeins über ihre CDs der Woche. Diesmal: Arctic Monkeys, Jan Delay, Zoot Woman und Simian Mobile Disco.

ROCK Arctic Monkeys Humbug (Domino)


Dem Erfolgsdruck entkam Oberaffe Alex Turner mit seinem lustigen Seitenprojekt Last Shadow Puppets nur für ein paar Monate. Es muss ja doch ein neues Album her. Die Arctic Monkeys machten eine strategisch kluge Seitenbewegung in die USA, wo Stoner Rocker Josh Homme für Inspiration sorgte. Das Ergebnis klingt zunächst gewöhnungsbedürftig und bald nicht unbedingt überzeugend. Andreas Müller, Moderator


POP Jan Delay Wir Kinder vom Bahnhof Soul (Universal)
Das Lindenberg-Syndrom schlägt voll durch: mit großer Band auf Las Vegas machen und locker bleiben. Der Hamburger Ex-Rapper ist ein exzellenter Stilist. Aber zu sagen hat er wenig, reiht Belanglosigkeiten und mühsam ironisiertes Selbstlob aneinander. Dazu knödelt sich die Band durch gediegen-klinische Funkyness.
Kai Müller, Tagesspiegel

POP Zoot Woman Things are what they used to be (Universal)
Die britischen Pop-Dandies beenden ihre sechsjährige Albumabstinenz. Vertrauend auf ihren Retro-is-the-new-now-Dancesound düpieren sie den Zeitgeist mit Zeitlosigkeit und stellen trocken fest: Die Dinge sind immer noch wie sie mal waren. Und das ist auch gut so.
Martin Rabitz, Trinity Concerts

POP Simian Mobile Disco Temporary Pleasure (Coop)
Der Unterschied zwischen mittelmäßigen und hervorragenden Electro-Produzenten? Viele gute Freunde! Dank extravaganter Gastsänger wie Gossip-Girl Beth Ditto oder Alexis Taylor von Hot Chip gelingt der große Wurf. Der Albumtitel trifft es: Hochgenuss, aber mit Verfallsdatum. Fette, überzuckerte Buttercremetorten halten schließlich auch nicht ewig.
Martin Böttcher, Musikjournalist

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