Soundcheck : CD-Neuerscheinungen von Black Francis, Jakob Dylan, She & Him und Jónsi

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr reden vier Popkritiker auf Radioeins über ihre CDs der Woche. Diesmal: Black Francis, Jakob Dylan, She & Him und Jónsi.

Black Francis: Nonstoperotik (Cooking Vinyl)


Seit dem Ende der Pixies vor 17 Jahren hat sich Frank Black aka Black Francis ungefähr ebenso oft gehäutet, neu erfunden hat er sich dabei nie. Somit bleibt er folgerichtig auch auf "Nonstoperotik" für seine Fans eine verlässliche Größe, der selbige auf seinen Songs aber nur selten erreicht.Dennoch reicht das gelegentliche Erinnern an den Glanz der frühen Jahre auch 2010 für seine künstlerische Berechtigung.
MC Lücke, Moderator


Jakob Dylan: Women + Country (Sony)
Mit seiner Band The Wallflowers wurde Bob-Sprössling Jakob Dylan in den Neunzigern selbst zum Popstar, Hits inklusive. Auf seinem zweiten Solo-Album präsentiert der inzwischen 40jährige 11 melancholisch angehauchte, durch die bewährten Produktionskünste von T-Bone Burnett veredelte Songs. Nicht wirklich umwerfend, aber hübsch allemal. Jakob eben.
Helmut Heimann, Radioeins


She & Him: Volume Two (Domino)
Klischee und Erwartungs-Erfüllung galore. Sie (Schauspielerin) und er (Musiker) treffen sich, machen ihr zweites Album, dass sie dann eben "Volume Two" nennen. Das bringt es irgendwie auf den Punkt. Eine poppig süße Reise zurück in die Sechziger und dabei Linda Ronstadt oder Dusty Springfield im Radio gehört... alles perfekt, schön und gekonnt, aber auch keine neuen Ideen und mit viel zu wenig eigenem Flair.
Arne Gesemann, Noise-O-Lution


Jónsi: Go (Parlophone/EMI)
Schon bei den letzten Platten von Sigur Rós ahnte man, dass die subpolare Gemütsverschattung der isländischen Großmelancholiker nur eine Facette eines breiteren Stimmungsspektrums sein könnte. Mit seinem Solodebüt gibt Sänger Jón Thor Birgisson alias Jónsi dieser Vermutung eine feste Basis: Aufbrausend orchestraler Rummelplatz-Folk hält sich die Waage mit epischen Emo-Balladen, über die Jónsis unnachahmlicher Kopfgesang kreist. Die richtige Platte nach einem zu langen Winter.
Jörg Wunder, Tagesspiegel

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