Soundcheck : CDs der Woche: Brian Eno & David Byrne und noch viel mehr

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr reden vier Popkritiker auf Radio Eins über ihre CDs der Woche. Diesmal: Veljanov, Rachel Unthank, Brightblack Morning Light, Brian Eno & David Byrne.

Veljanov: Porta Macedonia (Premium Rec.)



Sie gedeiht noch immer, diese Musik, die Goth oder Dark Wave genannt wurde. Alexander Veljanov ist mit der Band Deine Lakaien eine große Stimme dieser dunklen Schattenwelt, die von so gut wie allen Medien ignoriert wird. Vielleicht, weil ihr so schwer beizukommen ist? Auch die neue Solo-CD, die bei der Suche nach Veljanovs kulturellen Wurzeln entstand, macht es dem Rockkritiker nicht leicht. Was durchaus für sie spricht. Andreas Müller, Moderator

Rachel Unthank & The Winterset: The Bairns (Rough Trade)

Selbst in England wird nicht einfach zum Star, wer alte Seemannslieder und Volksweisen singt. Irgendwas muss also dran sein an dem Geschwisterpaar Rachel und Becky Unthank, dass es für den renommierten Mercury Award nominiert wurde und die Musikpresse ihr zweites Album schon jetzt als Meilenstein des Folk feiert. „The Bairns“ ist Stille und Drama, melodiensatt und klar, originell statt ursprünglich. Kai Müller, Tagesspiegel

Brightblack Morning Light: Motion To Rejoin (Matador)

Dieses aufregende Album führt uns auf einem Lost Highway durch die flirrende Hitze New Mexicos, vorbei am Blues, am Gospel, und dank der dezenten Bläser sitzt auch ein kleiner Miles Davis auf der Rückbank. Dann knipst der Gesang das Neonlicht an, verhallt, kalt und weit. Wir betreten im Jahr 86 einen Londoner Club, My Bloody Valentine stehen auf der Bühne und spielen eine Show in Zeitlupe. Patrick Wagner, Musiker

Brian Eno & David Byrne: Everything That Happens Will Happen Today (Essential)

Ehen halten länger, wenn eine gewisse Distanz gewahrt wird. Eno und Byrne, die beiden Großwesire gehobener Sounderneuerung, betteten ihre astralen Klangkörper das letzte Mal vor 27 Jahren zueinander und zeugten „My Life in the Bush of Ghosts“. Ihr neuer Sprössling klingt im Vergleich (alters-)milde und zugewandt, aber nicht weniger überraschend. Markus Hablizel, Suhrkamp Verlag

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