Soundcheck : CDs der Woche: Devendra Banhart, Blak Roc, DJ Devastate und Tricky

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr reden vier Popkritiker auf Radioeins über ihre CDs der Woche. Diesmal: Devendra Banhart, Blak Roc, DJ Devastate und Tricky.

POP


Devendra Banhart What will we be (Warner)


Wiedersehen in Folkfantasia. Der 28-jährige Wunderknabe des Weird America hat seinen Vollbart abgenommen, aber die Musik des Freigeists bleibt eine haarige Angelegenheit. Man muss sie, wie ihren Schöpfer, einfach gern haben für die träumerische Verspieltheit, mit der Stiltraditionen (Tropicana, Reggae, Blues) aufgegriffen und psychedelisch erweitert werden. Auch wenn es leider auf dieser für ein Major-Label produzierten CD nicht mehr so verrückt zugeht.
Kai Müller, Tagesspiegel


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Blak Roc Clean (V2)
Blak Roc ist nicht nur die Kollaboration des Bluesrock-Duos The Black Keys mit US-Spitzen-Rappern – arrangiert von Ex-Roc-A-Fella Damon Dash. Blak Roc ist auch ein Spezial-Camaro, den Chevrolet rausbringt, sowie ein Harley-Motorrad. Der passende Album-Track: „If it don’t make dollaz, then it don’t make sense.“ Und doch ist dieses einzigartige, Hoffnung für die Hip-Hop-Zukunft säende Projekt viel mehr als money can buy.
Vivian Perkovic, Musikjournalistin


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DJ Devastate Movement/Silence (BBE)
Ein Künstlername, der nichts Gutes verheißt: Hier will einer verwüsten und vernichten. Aber wohl nur eine Jugendsünde, denn DJ Devastate aus dem südschwedischen Helsingborg kommt verdammt sanft und entspannt daher. Eine einlullende Traumreise durch die Welt, in der sich Hip-Hop und Smooth-Jazz vereinen. Musik, die den Friedensnobelpreis verdient hätte.
Martin Böttcher, Musikjournalist

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Tricky Tricky Meets South Rakkas Crew (Domino)
Warum kommt diese Kollaboration erst jetzt, fragt man sich, wo doch Tricky tief verwurzelt ist in der jamaikanischen Soundsystem-Kultur, auf deren Strukturen Massive Attack einst aufbauten. Dass er nun aber mit der South Rakkas Crew ein Produzententeam gesucht hat, dessen Großtaten drei Jahre zurückliegen, dokumentiert die Ratlosigkeit des einstigen Avantgardisten, der offenbar nicht mehr weiß, was derzeit in der Dancehall gespielt wird.
Andreas Müller, Moderator

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