Soundcheck : Ein kritischer Blick auf CD-Neuerscheinungen

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr reden vier Popkritiker auf Radioeins über ihre CDs der Woche. Diesmal: Sade, Gil Scott-Heron, Yeasayer und Massive Attack.

POP Sade Soldier Of Love (Sony)


Erwartet hat dieses Comeback wahrscheinlich niemand und so richtig nötig ist diese Platte wohl auch nicht. Dennoch verblüfft nach einer ersten Schrecksekunde die solitäre Qualität dieser Band, die Milchkaffee-Musik spielte, als noch keiner wusste, was das ist. Einen Hit gibt es hier nicht, dafür aber 42 Minuten unaufgeregten Soulpop für sehr Erwachsene.
Andreas Müller, Moderator


RAP Gil Scott-Heron I’m New Here (XL Recordings/Beggars/ Indigo)
Der Altmeister der Spoken Words bricht sein jahrelanges Schweigen. Gil Scott-Heron legt seine musikalische Autobiografie vor. Hörbar gealtert, findet der Grandfather of Hip-Hop in guten Momenten zurück zur alten explosiven Mischung: scharfe Sozialkritik und hypnotische Grooves.
Bodo Mrozek, Tagesspiegel


POP Yeasayer Odd Blood (Mute)
Nichts ist heilig: Neo-Hippie-Klänge vom ersten Album, ein Schlagzeuger, akustische Instrumente? Alles auf Null. Neustart mit Steckdosenmusik im Eighties-Sound. Destination Dancefloor? Nur scheinbar! Denn: Der Wahnsinn sitzt mit am Keyboard, persifliert gewollt und übernimmt zuweilen das Dirigat. Betörender Ideenrausch. Brooklyn rules!
Jürgen König, Radio Eins


TRIPHOP Massive Attack Heligoland (Virgin)
Zwei fertige Alben soll Robert Del Naja gelöscht haben, deshalb musste man auf das fünfte Massive Attack-Album sieben Jahre warten. Ultratiefe Bässe, aus klirrenden Samples erheben sich dunkle Soundtracks, Damon Albarn, Horace Andy, Guy Garvey singen. Toll. Aber auch ziemlich dated.
Christian Schröder, Tagesspiegel

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