Soundcheck : Neues von The Drums, Joanna Newsom, Groove Armada und den Sternen

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr reden vier Popkritiker auf Radioeins über ihre CDs der Woche. Diesmal live aus dem Lido.

ROCK
The Drums Summertime (Cooperative/Universal)



Oh, Momma, I wanna go surfing! Was auf den ersten Blick aussieht wie eine Elektro-Pop-Combo aus den 80er Jahren und ungefähr so klingt wie Jonathan Richman & The Modern Lovers circa 1977, ist mal wieder der Großhype der Stunde. Eskapistischer Neo-Surf-Sound von einem blutjungen Quartett aus Brooklyn, der irgendwie niedlich klingt, aber unter der Oberfläche lauern schrundige Riffe und Abgründe.
Andreas Müller, Radioeins

FOLK
Joanna Newsom Have One On Me (Drag City)

Größenwahn oder Geniestreich? Was die Songwriterin aus Nevada City mit ihrer feenhaften Heliumstimme auf drei CDs, Laufzeit: 125 Minuten, verteilt, entzieht sich den Kapazitäten des Alltags. Ein Rausch, ein Fest ausgeklügelter Arrangements und zärtlichster Beschwörungen. Doch das Streben nach dem Opus magnum ist der 28-Jährigen über den Kopf gewachsen. Ein paar schöne Songs. Aber zu oft verliert sie die Linie.
Kai Müller, Tagesspiegel

ELECTRO
Groove Armada Black Light (Cooking Vinyl/Indigo)

Auf seinem sechsten Studioalbum präsentiert das englische Duo genau das, was zurzeit in der Electro- Szene angesagt ist: eine Handvoll Gastsänger, darunter Roxy-MusicAltmeister Bryan Ferry und Nick Littlemore von Empire Of The Sun, interpretiert unterschiedlichste Songs zwischen Big Beat, Funk und House, meist im Sound der achtziger Jahre. Die Ergebnisse klingen dabei mal mehr, mal weniger gelungen.
Peter Radszuhn, Radioeins

POP
Die Sterne 24/7 (Materie Records)

Leitstern Frank Spilker von der Hamburger Schule hat sich mit dem Münchner Produzenten und DJ Mathias Modica von der Electro-Disco-Glam-Combo Munk verbündet, um endlich in die Tanzklasse versetzt zu werden. Also pumpt und federt auf dem neunten Album der Bass, stampft der Beat, sirren die Synthies zu Spilkers Erklärungen zur Lage des Gemüts. Wie stets bemüht.
Lorenz Maroldt, Tagesspiegel

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