Staatsoper Berlin : Daniel Barenboim erhält "Nobelpreis der Künste"

Der Generalmusikdirektor der Deutschen Staatsoper Berlin Daniel Barenboim ist in Tokio mit dem internationalen Praemium Imperiale ausgezeichnet worden. Sein Preisgeld wolle er einer neuen Stiftung spenden, sagte der Dirigent.

Barenboim
Ausgezeichnet: Daniel Barenboim während der Verleihung in Tokio mit Ellen Stewart, der Preisträgerin in der Kategorie...Foto: dpa

TokioNeben Barenboim wurden vom japanischen Kaiserhaus das schweizerische Architektenteam Jacques Herzog und Pierre de Meuron, der französische Maler Daniel Buren, der bildende Künstler Tony Cragg aus Großbritannien sowie die Gründerin des New Yorker Theaters La MaMa, Ellen Stewart, geehrt. Die mit umgerechnet 94 500 Euro dotierte Auszeichnung gilt als einer der wichtigsten Preise auf dem Gebiet von Kunst und Kultur.

Der 64-jährige Barenboim kündigte an, er werde sein Preisgeld für eine neue, nach ihm benannte Stiftung zur Förderung und Entwicklung der Musik in der Gesellschaft zur Verfügung stellen. Die Stiftung soll sich unter anderem für die musikalische Erziehung einsetzen.

Barenboim bedeutendster Künstler der Gegenwart

Mit Barenboim werde in der Kategorie Musik einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart geehrt, sagte der FDP-Politiker Otto Graf Lambsdorff, der zu den sechs internationalen Beratern des Kulturpreises zählt. Er engagiere sich für Frieden und Völkerverständigung wie für das von ihm mitbegründeten West-Eastern Divan Orchestra, das den Förderpreis des Praemium Imperiale erhielt.

In der Kategorie Malerei wurde der Franzose Daniel Buren geehrt, dessen Werk von Gestaltungen im öffentlichen Raum über grafische Kunst bis hin zu Büchern, Dokumentationen und kunstkritischen Texten reicht. Der in Deutschland lebende Brite Tony Cragg wurde in der Kategorie Skulptur ausgezeichnet. In der Sparte Architektur wurden die Schweizer Herzog und de Meuron geehrt, die das Olympiastadion in Peking bauen und unter anderem die Allianz Arena in München sowie die Erweiterung der Tate Modern Gallery in London schufen.

Der Preis in der Kategorie Theater/Film geht an die US- Amerikanerin Ellen Stewart. Die Theaterlegende und Galionsfigur der experimentellen Bühne in den USA rief Anfang der 1960er Jahre mit dem La MaMa Theatre Club in New York eine der ersten Off-off-Broadway- Bühnen in der Lower East Side ins Leben. Der Nachwuchspreis (5 Millionen Yen, derzeit ca. 31 500 Euro) geht in diesem Jahr an das von Barenboim und dem 2003 gestorbenen palästinensischen Intellektuellen Edward Said gegründeten West-Eastern Divan Orchestra. (mit dpa)

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