Wohnzimmerkonzert : Busking statt Banking

Zum Abschluss der Popkomm lud der Tagesspiegel am Freitagabend ins Ex'n'Pop zum Wohnzimmerkonzert mit Suboptimal und The Rain - hier nachzulesen und als Video zu sehen.

Markus Hesselmann
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Rock me in crazy Berlin. Suboptimal im Ex'n'Pop.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Das richtige Wort, um diese Band zu beschreiben, ist, glaube ich, "frisch". Eine frische Band, gerade aus der westfälischen Provinz nach Berlin gekommen, um die Hauptstadt zu rocken. Wer sich in Berlin über Zugezogene aufregt, hat Berlin nicht verstanden. Leute wie Suboptimal geben der Stadt immer wieder die Frische-Infusion, die sie braucht, um Berlin zu bleiben. Schließlich lebt Berlin nicht wie London oder Frankfurt vom Banking, Gottseidank vor allem in diesen Tagen, sondern vom Busking, der Kunst des öffentlichen Kunst-an-den-Mann-Bringens, ohne dabei zu nerven.

Suboptimal, die gern auch unter S-Bahn-Bögen mit Straßenmusik brillieren, spielten zum Abschluss der Popkomm und der Wohnzimmerkonzert-Reihe des Tagesspiegels im Ex'n'Pop in Schöneberg und überzeugten die Leser/User des gedruckten Tagesspiegels und der Website Tagesspiegel.de mit unkompliziertem Gitarrenrock samt deutschen Texten. Wer Lieder mit Titeln wie "Weg zum Glück", "Ein Tag mit dir" oder "Mein Freund" aufschreibt und zum Vortrag bringt, kann kein schlechter Mensch und damit auch kein schlechter Musiker sein. Die Zuschauer im gut gefüllten Club an der Potsdamer Straße jedenfalls waren begeistert.

Und durften sich dann noch auf The Rain freuen. Ein Trio trat auf die Bühne. So viele große Trios - Gitarre, Bass, Schlagzeug - haben die Rock-Geschichte geprägt: The Police, Hüsker Dü, Nirvana. Von allen diesen dreien haben The Rain etwas. Am meisten aber erinnern sie vom Sound her an ein Quartett, das Quartett des Postpunk, Gang of Four. Treibender Beat, funkiger Bass, sägende Gitarre, straighter Gesang - gute Voraussetzungen für einen gelungenen Abend. Und am Ende wirkte die Band auf der Bühne genauso angetan wie die Zuschauer davor. Applaus und bis zum nächsten Jahr bei der Popkomm.

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