POPKOMM VORSCHAU : Zombiekrach und Hallelujah

Nadine Lange

Schwermetall stirbt nie. Es rostet nicht einmal. Denn immer wieder setzt sich irgendwo auf der Welt ein langhaariger Teenager in den Kopf, alle Gitarrenriffs seiner Vorbilder von Iron Maiden, Judas Priest bis Slayer nachzuspielen. Mit ein paar Kumpels gründet er eine Band. Sie proben dreimal die Woche, tragen schwarze Klamotten und werden von ihren Mitschülern schräg angeguckt. Wenn sich die Band ein paar Jahre später auflöst, bleiben die Jungs ihrer Leidenschaft trotzdem treu. Sie kaufen Alben, lesen Fachmagazine und fahren ins schleswig-holsteinische Wacken zum größten Festival der Szene.

Bei aller Beständigkeit ist und bleibt das Genre Heavy Metal mit seinen zirka 5000 Unterarten ein Nischenphänomen. In den Mainstream haben es letztlich nur Metallica geschafft. Dabei ist die Nische inzwischen ziemlich in die Breite gegangen und beherbergt eine extrem ausdifferenzierte Kultur der harten Gitarrenmusik. Dem wird nun auch die Popkomm erstmals in größerem Umfang Rechnung tragen: An allen drei Festival-Abenden treten im K17 (Pettenkoferstraße 17a) mehrere Metal-Bands auf. Zum Auftakt am Mittwoch, 8.10., hauen ab 19 Uhr vier deutsche Acts bei der Stay-brutal-Nacht in die Saiten. Mit dabei sind unter anderem die Death-Metaller Dark Age aus Hamburg, die schon seit 1995 existieren und mehr als 120 Konzerte in ganz Europa gegeben haben. Eine Ausnahmeerscheinung ist das nordrhein-westfälische Quintett Callejon, denn Sänger Bastian Sobtzick kreischt seine Texte auf Deutsch. Die Band gibt einen Einblick in ihr kommendes Album „Zombieactionhauptquartier“.

Sehr weit vorn im europäischen Metal-Geschehen sind von jeher die Nordlichter. So wird am Donnerstag, 9.10., das norwegische Label Indie Recordings ab 20 Uhr eine Auswahl seiner Bands auf die Metal Stage im K17 schicken. Die Black- Metal-Combo Vreid präsentiert erstmals ihr neues Album „Milorg“. Die Kollegen von Enslaved spielen seit 1991 progressiv-experimentellen Metal und stellen mit „Vertebrae“ ebenfalls ihr neuestes Werk vor. Außerdem sind Mencea, Stonegard und Audrey Horne mit dabei.

Dass in Finnland nicht nur Tango getanzt wird, ist spätestens seit dem Sieg der Monstertruppe Lordi beim Eurovision Song Contest vor zwei Jahren bekannt. Nach ihrem Gewinnersong Hard Rock Hallelujah ist der letzte Metal-Stage-Abend benannt. Lordi werden hier ihre neuesten Kostüme präsentieren. Unterstützung kommt von ihren Landsleuten April und der deuschen Nachwuchshoffnung Kissin’ Dynamite, die klingen, als seien sie aus den Achtzigern teleportiert worden. Am gleichen Abend spielen im White Trash Fast Food (Schönhauser Allee 6) ab 21 Uhr unter dem Motto Wacken rocks Berlin der Havanna Heat Club und Girlschool. Ohrstöpsel rein! Nadine Lange

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