Kultur : Portugals Fado-Sängerin starb im Alter von 79 Jahren in Lissabon

Die als "Stimme Portugals" verehrte Sängerin Amalia Rodrigues ist tot. Die international geschätzte Künstlerin starb am Mittwoch im Alter von 79 Jahren in Lissabon. Amalia, wie die Sängerin in ihrer Heimat genannt wurde, galt in "Inbegriff des Fado", einer schwermütigen volkstümlichen Musikrichtung. In ihrer mehr als 50-jährigen Karriere hatte sie die traurig- sehnsuchsvollen Volkslieder aus der Lissaboner Altstadt in aller Welt populär gemacht. Sie war in Portugal schon zu Lebzeiten zu einem Mythos geworden und fast wie eine Heilige verehrt worden. Nach einer Umfrage des Fernsehens war sie im Ausland die bekannteste Portugiesin überhaupt.

Amalia stammte aus einer armen Familie in Lissabon. Mit 18 Jahren startete sie eine wahre Bilderbuchkarriere und stieg vom "Mädchen aus dem Hafenviertel" zu einer weltberühmten Sängerin auf, die mit Edith Piaf oder Bessie Smith auf eine Stufe gestellt wurde. Mit einem Konzert in Madrid begann sie 1940 ihre internationale Karriere. 1945 wurde ihre erste Schallplatte aufgenommen. Seither wurden in aller Welt Millionen von Platten mit ihren Liedern verkauft. Ihre beliebtesten Erfolge waren Lieder wie "Uma casa portuguesa" (ein portugiesisches Haus), "Nem as paredes confesso" (Ich sage es nicht einmal den Wänden) oder "Barco negro" (Schwarzes Schiff). Die Sängerin wirkte in zwölf Spielfilmen mit und stand in Theaterstücken auf der Bühne.

In letzter Zeit war sie wegen einer Lungenkrankheit nicht mehr aufgetreten und hatte sich dem Verfassen von Gedichten gewidmet. Auf ihren Tourneen durch Europa, die USA, Lateinamerika und Japan hatte Amalia den Fado in alle Welt getragen.

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