Kultur : Pralle Farbe

STEFFEN BURKHARDT

"Spiegelbilder": Werke von Jo Delahaut im Kunstamt WeddingVON STEFFEN BURKHARDTDie Aktivitäten von Jo Delahaut waren vielfältig.Er arbeitete nicht nur als Maler, Graphiker und Bildhauer, sondern auch als Verfasser zahlreicher Schriften, der über seine Motivation schrieb: "Ich male, weil die Linien, die Farben mehr sagen als ich sagen könnte.Wenn ich sie aufbaue, baue ich mich selbst auf, unendliches Spiegelbild." Mit knapp fünfzig Werken präsentiert das Kunstamt Wedding eine Auswahl der Arbeiten des 1992 verstorbenen Künstlers, der mit Leidenschaft geometrische Formen kombinierte: Aus Trapezen, Dreiecken, Quadraten, aus Linien und Bögen kreierte der Belgier eine ausdrucksstarke Bildwelt kontrastreicher Farbflächen.Während in seinem Frühwerk in den fünfziger Jahren noch kleine, häufig mehrfach in einem Bild dargestellte Formen zu sehen sind, dominieren in den späteren Gemälden große Farbflächen.Delahauts Arbeiten zeichnen sich durch gelungene Kompositionsweise aus, wobei er goldenen Schnitte, Symmetrien und Bilddiagonalen betont.Doch was ist die Aussage seiner Linien und Farben? Sie sind "Spiegelbild" der Gefühlszustände des Künstlers - von ihm geschaffen, um sich "aufzubauen".Freunde praller Farbe werden ihre Freude an der Delahaut-Retrospektive haben.Ob die Werke aber über das Dekorative hinausweisen, bleibt fraglich. Rathaus Wedding (Altbau), Müllerstraße 146-147, sowie Otto-Nagel-Galerie, Seestraße 49, bis 25.April; Dienstag bis Freitag 10-18 Uhr, Sonnabend 12-16 Uhr.Katalog 20 Mark.

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