Kultur : Prestigegewinn

Die vier Finalisten für den Preis der Nationalgalerie.

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Nominierte und Nationalgaleristen. Christina Weiss, Simon Denny, Mariana Castillo Deball, Udo Kittelmann (v. l.). Foto: promo
Nominierte und Nationalgaleristen. Christina Weiss, Simon Denny, Mariana Castillo Deball, Udo Kittelmann (v. l.). Foto: promo

Es ist das erklärte Ziel der Berlin Art Week, das Publikum von der Attraktivität der Stadt als Kunststandort zu überzeugen und es zum Wiederkommen zu animieren. Zu den Strategien gehört nicht nur die Präsentation von Kunst selbst, sondern auch die Ankündigung kommender Ereignisse. Der Verein der Freunde der Nationalgalerie versteht sich meisterlich darauf. Seit er 2000 den Preis für junge Kunst ins Leben rief, werden im jährlichen Wechsel die vier Nominierten benannt und dann ausgestellt, um endgültig einen Sieger zu küren. Mit der siebten Ausgabe wird nun das Prozedere um ein weiteres Jahr gestreckt, auf dass die Spannung nochmals steigt. Nach der Nominierung folgt 2013 die Präsentation der vier Finalisten samt der Bekanntgabe des Siegers, der wiederum 2014 in einem der Häuser der Nationalgalerie ausstellen darf. Zwar gibt es kein Preisgeld mehr, aber der Gewinn für den Künstler ist ungleich höher: eine Soloschau an der wichtigsten Kunstadresse der Republik.

Auftritt des Direktors der Nationalgalerie Udo Kittelmann und der Vorsitzenden des Fördervereins Christina Weiss. In rosa Partylicht getaucht, werden in der Dependance des Sponsors BMW am Kurfürstendamm die Nominierten bekanntgegeben: die Deutsche Kerstin Brätsch, die Mexikanerin Mariana Castillo Deball, der Neuseeländer Simon Denny und die Zypriotin Haris Epaminoda. Sie alle leben zeitweise in Berlin, sind knapp über 30 – eine vielversprechende Wahl. Deball und Epaminoda sind auf der Documenta 13 mit großartigen Arbeiten vertreten, Simon Denny hat sich 2011 auf der Ausstellung „Based in Berlin“ hier schon bekannt gemacht. Kerstin Brätschs kesse Abwicklung des Ein-Mann-Künstler-Modells, zuletzt im Kölnischen Kunstverein, kann die Hauptstadt allemal gut gebrauchen.

So hat die Jury aus der Longlist mit 140 Bewerbern eine interessante Mischung destilliert, mit Positionen, die sich einerseits der Reflexion medialer Vermittlung widmen, andererseits raumgreifende Installationen inszenieren. Was sie wirklich können, zeigen die vier Künstler dann im nächsten Jahr. Damit der Standort attraktiv bleibt. Nicola Kuhn

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