Projekt "Breslau-Berlin 2016" : Breslau in the Box

Im Pop Up Pavillon des Goethe-Instituts treffen Breslauer mit Flüchtlingen zusammen - und tanzen in der Stille

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Viel Publikum bei der "Silent Disco" vor dem Goethe-Pavillon.
Viel Publikum bei der "Silent Disco" vor dem Goethe-Pavillon.Foto: Goethe-Institut Krakau/Marcin Oliva Sova

„Inmitten des Plac Nowy Targ in Breslau, im Goethe-Institut Pop Up Pavillon, wurde ein beleuchteter und von Glasscheiben umgebener Tisch aufgestellt. Dort trafen sich Flüchtlinge aus Syrien mit Polen und erzählten von ihren Erlebnissen, ihren Hoffnungen und ihren ersten Eindrücken vom Leben in Europa“, schreibt die polnische Journalistin Karolina Kijek in der „Gazeta Wyborcza“ über den Start eines ungewöhnlichen Experiments. Im Rahmen der „Kulturhauptstadt Europas“ hat das Goethe-Institut Krakau in Breslau einen Pavillon aufgestellt für Veranstaltungen aller Art, darunter ein Abendessen, zu dem Syrer und Breslauer geladen waren.

Da es nicht so einfach sei, in Polen syrische Flüchtlinge zu finden, habe man fünf aus Berlin mitgebracht. Das Ergebnis sei verblüffend gewesen, erzählt Direktor Daniel Göpfert. Die Polen waren berührt von den Schicksalen der Menschen. Zum ersten Mal lernten sie Geflüchtete persönlich kennen und sahen sie nicht nur im Fernsehen. „Das Treffen hat eine Stunde länger gedauert als geplant“, erzählt Göpfert. Ein Beispiel dafür, wie das Institut im Vorpolitischen Freiräume für Begegnung schafft.

Im Mai lautet das Thema „Urbane Utopien“, im Juni „Spieltrieb“. Zu jedem Thema gibt es intime Gespräche, aber auch öffentliche Diskussionen, die nach draußen übertragen werden, sowie Konzerte. Das Echo auf den Pavillon sei großartig, sagt Göpfert. Als Flake, der Keyboarder der Band Rammstein, aufgetreten sei, hätten 200 bis 300 Fans im strömenden Regen ausgeharrt. Auch der Stadtpräsident von Breslau habe Interesse gezeigt. Der Pavillon bietet viele Möglichkeiten, etwa die „Silent Disco“: Ein DJ legt auf und draußen tanzen Hunderte mit Kopfhörern auf den Ohren – ohne jemanden zu stören.

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