Promis gucken : Bitte einen Blitz

Am roten Teppich stehen kann jeder. Die hohe Kunst ist es, Stars bei einer Party zu treffen. Fragt sich nur, wo.

 Eva Kalwa
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Ins rechte Licht gerückt. Kein Schritt bleibt unbeobachtet, keine Regung unkommentiert - Stars müssen auf der Berlinale eine gute...Foto: ddp

Die Berlinale wird 60, alle feiern mit – und die Chancen, in den nächsten zehn Tagen einer Berühmtheit über den Weg zu laufen, sind groß. Pflichttermine für Schaulustige sind die großen Premieren im Berlinale-Palast am Marlene-Dietrich-Platz. Los geht’s allerdings schon heute Abend mit der offiziellen Eröffnung im Theater am Potsdamer Platz, zu der bereits viele deutsche und internationale Filmgrößen erwartet werden. Ganz so spektakulär wie vor zwei Jahren, als die Rolling Stones den Eröffnungsabend rockten, wird es zwar nicht. Aber immerhin ist mit Renée Zellweger eine Hollywood-Schöne in der Berlinale-Jury vertreten, die bekanntermaßen eine gute Figur auf dem roten Teppich macht. Herzklopfen wird es dieses Jahr sicherlich bei den Betreibern des „Café Moskau“ geben. Denn das erst kürzlich renovierte Gebäude an der Karl-Marx-Allee in Mitte muss seine Berlinale-Tauglichkeit unter Beweis stellen. Ein paar Filmsausen gab es hier bereits (unter anderem für Til Schweigers „Zweiohrküken“), aber eine Fete fürs internationales Publikum ist dann doch ein etwas anderes Kaliber.

Mit hoher Promi-Dichte ist am Freitag zu rechnen: 19.15 Uhr feiert der Polanski-Film „Der Ghostwriter“ mit Pierce Brosnan und Ewan McGregor Premiere. Die beiden wärmen für Bollywood-Star Shah Rukh Khan den roten Teppich vor, der am selben Abend um 22 Uhr „My Name is Khan“ vorstellt. Einen Abend später werden hier dann gegen 19 Uhr Leonardo DiCaprio und Regisseur Martin Scorsese zur Premiere von „Shutter Island“ über den Teppich laufen, und am Sonntag ist ungefähr zur gleichen Stunde Ben Stiller mit seinem Film „Greenberg“ vor Ort. DiCaprio wird wohl auch von den Veranstaltern der Gala „Cinema for Peace“ erwartet, die am Montag im Konzerthaus stattfinden wird. Schon im vorigen Jahr hatte der schöne Leo die Gala mit seiner Anwesenheit beehrt, die bis auf das Gäste-Sharing nichts mit der Berlinale gemein hat.

Die großen Hotels der Stadt wie das Hyatt – wo täglich die Pressekonferenzen mit den Stars stattfinden – und das Adlon, wo sich Brosnan, McGregor und Penélope Cruz einmieten werden, zählen in diesen glamourösen Tagen ebenfalls zu den Hot Spots der Stadt. Auch das Hotel de Rome, wo Ben Stiller nächtigt, oder das Ritz-Carlton, wo auch Jury-Mitglied Renée Zellweger wohnt, sind erste Adressen nicht nur für die Hollywood-Stars, sondern ebenso für alle ausdauernden Fans an den Vorder- und Hinterausgängen. Eine weitere Möglichkeit, von einem Hauch Hollywood gestreift zu werden, sind die Straßen und Plätze rund um die zahlreichen Party-Locations: Freitagabend steigt die Fete zu „ Ghostwriter“ um 22 Uhr in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg, und zeitgleich wird im Palais am Festungsgraben die „Festival-Night“ gefeiert, zu der sich unter anderem Brosnan und Christopher Lee angekündigt haben. Da Bollywood-Star Shah Rukh Khan bereits in der Stadt ist, ist es gut möglich, dass er ebenfalls hier erscheinen wird.

Neuer Partyort ist in diesem Jahr die Bar Tausend am Schiffbauerdamm – hier steigt am Freitag nächster Woche die Party zur Musical-Verfilmung „Nine“ mit Penélope Cruz und Daniel Day-Lewis. Und wer den Promis – bei allem gebotenem respektvollen Abstand natürlich – gern mal beim Essen auf den Teller linsen würde, hat vielleicht in Restaurants wie dem „Bocca di Bacco“ in der Friedrichstraße, wo schon Cate Blanchett und Robert De Niro dinierten, oder dem „Contadino Sotto le Stelle“ in der Auguststraße Glück. Hier speisten im letzten Jahr während der Dreharbeiten zu „Inglourious Basterds“ Quentin Tarantino und Brad Pitt – und möglicherweise haben sie diesen kulinarischen Berlin-Tipp ja an Regisseur- und Schauspielerkollegen weitergegeben. Sicher ist, dass im Borchardt in der Französischen Straße schon die Stühle gerückt werden, damit jeder willige Berlinale-Promi durchgeschleust werden kann.

Und last but not least der deutsche Film: Ein Höhepunkt mit Promi-Garantie bietet die Premiere von „Henri IV“ am Sonnabend um 21 Uhr im Friedrichstadtpalast. Produzentin Regina Ziegler und Regisseur Jo Baier hatten für die Verfilmung des Romans von Heinrich Mann unter anderem Julien Bosselier, Hannelore Hoger, Joachim Król und Ulrich Noethen vor der Kamera. Gefeiert wird die Premiere anschließend im Quatsch Comedy Club nebenan – für königliche Unterhaltung ist also gesorgt.

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