Kultur : Proporz-Prämie

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Tacita Dean, Maria Eichhorn, Daniel Richter und das dänisch-norwegische Duo Michael Elmgreen und Ingar Dragset kandidieren in diesem Jahr für den "Preis der Nationalgalerie für junge Kunst". Mit 50 000 Euro, die die Freunde der Nationalgalerie auf Anregung des verstorbenen Kunstsammlers Rolf Hoffmann jedes Jahr stiften, ist es einer der höchstdotierten Kunstpreise für Gegenwartskunst in Deutschland. Am Freitag hat die Jury, bestehend aus Wulf Herzogenrath, Renate Wiehager und Hans-Ulrich Obrist, ihre "Shortlist" vorgestellt. Aus 88 eingereichten Namen wählten sie die vier Künstler aus, deren Arbeiten ab 16. Mai im Werkraum des Hamburger Bahnhofs präsentiert werden und aus denen am 4. Juni, am Vorabend der Documenta, der diesjährige Preisträger gekürt wird.

War bei der ersten Preisverleihung im Dezember 2000 sowohl die Zusammensetzung als auch die Auswahl der Jury kritisiert worden, bemühten sich die Fachleute in diesem Jahr geradezu vorbildlich um Proporz: Sie wählten Ausländer und Deutsche, Frauen und Männer, Maler, Fotografen, Video- und Installationskünstler. Alle vier Künstler leben (zumindest zeitweilig) in Berlin, alle waren hier in der einen oder anderen Ausstellung schon präsent. Um die Rolle Berlins als Magnet für Internationale Gegenwartskunst gerecht zu werden, wird eine deutsche Staatsbürgerschaft nicht verlangt. Und noch eine Neuheit: Die Hälfte des Preisgeldes wird von der Nationalgalerie in Zukunft dazu verwendet, ein Werk des Preisträgers anzukaufen. Schon deshalb ist eine gewisse Qualität gewährleistet.

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