Kultur : Prostitution: 1,2 Millionen Männer am Tag

babs

Wirtschaftsfaktor: Die Prostitution ist ein Wirtschaftsfaktor. Nach Schätzungen, die sowohl die Hurenorganisation Hydra als auch die zuständigen Ministerien für seriös halten, werden im Gewerbe etwa 12,5 Milliarden Mark jährlich umgesetzt. Diesen Umsatz erwirtschaften die Huren in Deutschland mit etwa 250 Millionen sexuellen Handlungen aller Art. Dazu zählen unter anderem Prostitution, Begleitservice und Telefonsex. In Anspruch genommen werden diese Dienstleistungen von 1,2 Millionen Männern täglich, schätzt das Bundesfamilienministerium.

400 000 Prostituierte: Übereinstimmend auch die Schätzungen, wie viele Frauen und Männer mit Prostitution ihr Geld verdienen. Bis zu 400 000 arbeiten in Deutschland als Prostituierte, hauptsächlich Frauen. Davon zumindest in den Großstädten die Hälfte Nicht-Deutsche, aus Polen, Russland, Tschechien oder Thailand. In Berlin arbeiten nach Schätzungen der Sozialsenatorin 10 000 Prostituierte. 1998 waren sie an 720 Orten aktiv. Nur einen kleinen Anteil an der Prostitution hat der Straßenstrich, der in Berlin an acht Straßenzügen existiert. Pro Straßenzug rechnet Hydra mit 15 Huren. Die Hälfte der Prostituierten arbeitet in Bordellen. Dabei unterscheidet Hydra zwischen Modellwohnungen, in denen Frauen sich zwei bis drei Zimmer teilen, und professionell organisierten Bordellen, Saunen, Clubs und Dominastudios.

Ohne Sperrbezirk: Eine Besonderheit bietet Berlin. Hier ist kein Sperrbezirk ausgewiesen. Durch diese spezielle Form der Gewerbefreiheit gibt es ausreichenden Arbeitsplatz für alle Huren. Und Zuhälter haben viel schwerer Zugriff auf die Frauen, glaubt Hydra. In anderen Städten werden gewöhnlich die Reviere zwischen Zuhältern aufgeteilt, die Frauen sind also abhängiger. Nach Schätzungen gibt es allein in Berlin 500 Zuhälter.

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