Kultur : Protest gegen Politik: Wiener Museumsdirektor Hegyi kündigt vorzeitig

Aus Protest gegen die österreichische Museumspolitik hat der Direktor des Museums moderner Kunst Sammlung Ludiwg in Wien, Lorand Hegyi, angekündigt, sein Amt zum Jahresende niederzulegen. Sein ursprünglich bis Ende September 2003 laufender Vertrag hätte ihn darauf verpflichtet, sein Haus aus der Bundesverwaltung auszugliedern und in die "Vollrechtsfähigkeit" zu führen. Nach dieser, bei anderen staatlichen Museen bereits eingeführten Rechtsform zahlt der Staat einen fest vereinbarten Zuschuss; etwaige Mehrausgaben müssen selbst erwirtschaftet werden. Hegyi hält es für unrealistisch, das Museum moderner Kunst als wirtschaftlich eigenständiges Haus zu führen. Das könne, so Hegyi, nur mit einem populären Programm gelingen, nicht mit anspruchsvollen Ausstellungen. Hegyi hat erst in der vergangenen Woche den Neubau für sein bislang auf zwei, weit voneinander entfernt gelegene Gebäude verteiltes Museum im Wiener Museumsquartier zur Einrichtung übernommen (vgl. Tagesspiegel vom 24. Januar); die Eröffnung ist für den September vorgesehen. Als Kandidat für seine Nachfolge wird der ehemalige Präsident der Wiener Secession, Edelbert Köb, genannt, der bis zum vergangenen Sommer als Gründungsdirektor das Kunsthaus Bregenz zu einer international beachteten Adresse gemacht hatte.

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