Prozess : Gericht erkennt Tätowierer als Künstler an

Mit Hilfe eines Kunsthistorikers hat ein international renommierter Tätowierer vor Gericht seinen Status als Künstler durchgesetzt - jetzt darf er in die Künstlersozialkasse. Für das Gericht war der Fall Neuland.

Gelsenkirchen/Marl Ein Tätowierer aus Marl hat am Donnerstag vor dem Sozialgericht Gelsenkirchen seine Aufnahme in die Künstlersozialkasse (KSK) erstritten. Nach Ansicht des Gerichts muss der 40-Jährige als Künstler angesehen und von der KSK versichert werden, weil er als international anerkannter Tätowierer gilt. Diese Einschätzung sei auch durch Stellungnahmen eines Kunsthistorikers und eines Wissenschaftlers der Universität München in dem Verfahren untermauert worden.

Das Gelsenkirchener Gericht betrat mit der Entscheidung Neuland. Bislang hatten die Gerichte - bis hin zum Bundessozialgericht - Tätowierer als Kunsthandwerker angesehen und eine Aufnahme in die Künstlersozialkasse abgelehnt. Nach Angaben des Gerichts handelt es sich bei dem Urteil aber um eine Einzelfallentscheidung, da der Kläger innerhalb der Tattoo-Szene eine außergewöhnliche Stellung habe und für ihn der Begriff "Künstler" anzuwenden sei. (jam/ddp)

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